Handelskammer fordert Solidarität mit Griechenland

Die andauernden kritischen Stimmen zu Griechenland sind „wie Gift für dieses Land“, warnt der neue Geschäftsführer der Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer. Die deutsche Regierung müsse mehr Solidarität zeigen. Noch immer hätten die Griechen „traditionell ein gutes Verhältnis zu Deutschland."

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Dass die ständigen Anmerkungen einiger deutscher Politiker, Griechenland aus dem Euro austreten zu lassen und keine Glaubwürdigkeit mehr in der griechischen Regierung zu sehen, ungerecht sind, bemerkte schon Antonis Samaras bei seinem Antrittsbesuch in Berlin. Nun melden sich auch deutsche Unternehmen, die in Griechenland tätig sind, zu Wort. Die ständigen kritischen Äußerungen seien „wie Gift für dieses Land, das versucht, seinen Haushalt in Ordnung zu bringen“, sagte der neue Geschäftsführer der Deutsch-Griechischen Industrie- und Handelskammer, Athanassios Kelemis, der Nachrichtenagentur AFP.

„Die deutsche Regierung müsste mehr Solidarität zeigen“, ohne darauf zu verzichten, „dass Griechenland seine Hausaufgaben macht“, forderte Athanassios Kelemis. Es müsse zu einem „politischen Schulterschluss“ kommen. Es gelte beispielsweise, die Finanzmärkte zu beruhigen, indem man sich politisch zu Griechenland und den dort angetriebenen Reformen bekenne. Immerhin hätten die Griechen trotz der vereinzelten anti-deutschen Demonstrationen ein „traditionell ein gutes Verhältnis zu Deutschland“, fügte Athanassios Kelemis hinzu.

Um die Wirtschaft in Griechenland zu stützen, müssten Wege gefunden werden, um die Investitionen in das Land zu erleichtern. Zudem sollten die bereits in Griechenland tätigen Unternehmen durch verlässliche Rahmenbedingungen gestärkt werden. Dennoch glaubt Kelemis nicht, dass deutsche Unternehmen aus Griechenland abwandern werden. Zwar müssten auch die deutschen Unternehmen hier mit den Gegebenheiten kämpfen, aber „es gibt keinerlei Anzeichen, dass sie sich aus dem Land zurückziehen wollen.“

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