Griechischer Finanzminister: Ohne nächste Tranche werden wir ersticken

Der griechische Finanzminister fürchtet, dass Parlament werde die notwendigen Sparßmaßnahmen nicht durchwinken. Deshalb verwies er auf die Dringlichkeit dieser Maßnahmen. Es müsse schnell gehen. Sollte Spanien einen Bailout-Antrag stellen, ist vielleicht bald kein Geld für Griechenland mehr da. Die Verhandlungen mit der Troika stehen auf der Kippe.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Aktuell: Hollande: Deutschland ist nicht das einzige Land, das zahlt

Den Widerstand gegen die immer umfangreicher werdenden Sparmaßnahmen spürt Antonis Samaras Regierung ganz deutlich. Aus diesem Grund hatte der griechische Finanzminister, Yiannis Stournaras, am Dienstagmittag noch einmal auf das Parlament eingeredet. „Wenn wir die nächste Tranche nicht erhalten, werden wir durch Ersticken sterben.“ Zudem müsse Griechenland sich beeilen, „da sonst die zur Verfügung stehenden Mittel von anderen Staaten gefordert werden könnten“, warnte Stournaras mit Blick auf Spanien, das kurz vor einem Bailout-Antrag steht (Italien wird vom IWF auch schon in Richtung Bailout gedrängt – hier). Zudem müsse auch schnell gehandelt werden, da sich sonst die notwendigen Sparmaßnahmen noch erweitern würden: von derzeit 13,5 auf dann 18 Milliarden Euro, sagte Stournaras keeptalkinggreece.com zufolge.

Dennoch gerieten die Gespräche mit der Troika am Dienstag erneut ins Stocken. Ein Streit über notwendige Arbeitsmarktreformen führte zu einer vorübergehenden Unterbrechung. Der Junior-Partner der Regierung, Fotis Kouvelis (Demokratische Linke), warf den internationalen Gläubigern vor, ihre Forderungen seien gar keine strukturellen Reformen. „Sie zielen auf die griechische Gesellschaft ab, nähren die Rezession und erhöhen die Arbeitslosigkeit“, zitiert Kathimerini Kouvelis. Die Troika beharrt noch immer darauf, sofort 3.000 Beamte zu entlassen und Abfindungen zu reduzieren.

Derzeit steht ein Austritt Griechenlands nicht zur Debatte. Ein Dominoeffekt wird erwartet (der teuer werden kann – hier). Wie schlecht die Umsetzung der Reformen bisher wirklich war und wie es um Griechenland derzeit steht, wird wohl erst der Troika-Bericht besser erahnen lassen, der jedoch steht weiterhin aus.

Weitere Themen

IWF: Italien soll Bailout beantragen
Euro-Austritt Griechenlands könnte weltweite Wirtschaftskrise auslösen
Arbeitsagentur: Chancen auf Arbeitsplatz in Deutschland sinken

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick