Bankenunion: Tschechien fürchtet Zugriff auf nationale Spareinlagen

In Tschechien regt sich der Widerstand gegen die geplante europäische Bankenunion. Diese gefährde die Finanzwirtschaft des Landes, warnt der tschechische Premier. Fast alle tschechischen Banken sind in der Hand ausländischer Finanzinstitute aus der Eurozone. Damit würden die tschechischen Banken auch der Bankenaufsicht unterliegen. Und die Mutterkonzerne dürften ohne weiteres Gelder aus den tschechischen Tochterfirmen abziehen.

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Großbritannien ist mit seinen Bedenken gegenüber der geplanten Bankenunion nicht mehr allein (hier). Die tschechische Regierung fürchtet nämlich um die Stabilität ihres Bankensektors. Grund dafür ist die geplante Bankenunion der Euroländer. Der tschechische Bankensektor wird zu 95 Prozent  von ausländischen Bankenhäusern dominiert. Der Premierminister von Tschechien, Petr Nečas, warnte vor dem hohen Risiko einer Bankenunion für den tschechischen Finanzsektor. Derzeit gebe es „kein anderes Land mit einen so stabilen Bankensektor, wo die Bankentöchter die Muttergesellschaften geschäftlich so aufrecht erhalten,“ sagte er im Radio Praha. Die neue Bankenunion könnte dies aber zunichte machen.

Bis jetzt sind die Bankentöchter eigenständige Unternehmen, die unabhängig von den großen Banken wirtschaften. Mit der Umsetzung der Bankenunion wäre es den internationalen Mutterunternehmen aber möglich, Gelder aus den Tochterbanken abfließen zu lassen. Zudem würde die Bankenunion höchstwahrscheinlich eine Änderung des Rechtsstatus der tschechischen Tochterbanken nach sich ziehen. Damit würden auch die tschechischen Tochterbanken unter die europäische Bankenaufsicht gestellt, obwohl Tschechien nicht zum Euroraum gehört und deshalb eigentlich von der Bankenunion nicht betroffen wäre. Im Zuge dessen müssten letztlich auch die tschechischen Banken in den geplanten Einlagensicherungsfonds einzahlen, was sie finanziell ebenfalls belasten könnte.

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