Analyst: Sparpolitik hat Wirtschaft in Griechenland zerstört

Die griechische Schuldenlast für 2011 fällt noch höher aus als bisher erwartet. Durch die intensive Rezession droht Griechenland in eine Depression zu rutschen, die ähnliche Ausmaße wie in den 30er Jahren annehmen könnte.

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Die Schuldenkrise treibt Griechenland in eine immer größere wirtschaftliche Not: Neue Zahlen des griechischen Statistikamtes Elstat belegen, dass die Schuldenlast für 2011 noch größer ausfällt, als bisher angenommen. Demzufolge beträgt die Gesamtverschuldung 170,6 Prozent des BIP. Vorläufige Zahlen hatten eine Verschuldung von 165,3 Prozent des BIP angekündigt. Damit hat Griechenland bei dem  Ziel, seine Gesamtverschuldung bis 2020 auf 120 Prozent des BIP zu reduzieren, wieder einen Schritt in die falsche Richtung gemacht.

Experten beginnen derzeit in der Staatsverschuldung Griechenlands den Beginn einer neuen großen Depression zu entdecken, wie sie in den USA und Deutschland während der dreißiger Jahre durchgemacht wurde, berichtet Bloomberg. Die Wirtschaftsleistung Griechenlands sank in den letzten vier Jahren um 18,4 Prozent. Im nächsten Jahr ist mit einem weiteren Rückgang von vier Prozent zu rechnen (mehr hier).  Auf dem EU-Gipfel sprach man inoffiziell von einem weiteren Schuldenschnitt Griechenlands (hier).

„Die Sparpolitik hat die Steuereinnahmen zerstört und damit den erwünschten Effekt verfehlt“, sagt Charles Dumas, Vorstandsmitglied der Londoner Lombard Street Research Unternehmensberatung. Zur Sparpolitik gäbe es allerdings keine Alternative, denn Griechenland könne sich kein Geld mehr leihen. Das Land befindet sich in einer wirtschaftlichen und politischen Sackgasse.

Dies ist jedoch nicht das einzige Dilemma, dem Griechenland ausgesetzt ist. Die Opposition kündigt derweil heftigen Widerstand gegen die Sparpolitik der Regierung an (mehr hier). In Griechenland drohen aufgrund von Massenrücktritten der Oppositionsparlamentarier vorgezogene Neuwahlen. Träfe dieser Fall ein, würde die rechtsradikale Chrysi Avgi drittgrößte Kraft im Parlament (hier). Der Reformwille der Regierung ist vorhanden, aber die von der Troika geforderten Arbeitsmarktreformen verstoßen gegen die Sozialcharta der EU (hier).

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