Jürgen Stark: EZB hält insolventes Griechenland am Leben

Ohne die EZB wäre Griechenland auch praktisch längst pleite. In den vergangene Jahren hätte sich die Zentralbank eher zur Reformbremse entwickelt, anstatt Anpassungen voranzutreiben. Zu diesem Urteil kommt der ehemalige Chefökonom Jürgen Stark.

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Auf einer Konferenz der Konrad Adenauer Stiftung in Brüssel zeigte sich der ehemalige Chefökonom der Europäischen Zentralbank, Jürgen Stark, enttäuscht von der Entwicklung, die die Währungsunion in den vergangenen Jahren gemacht hat: „Ich dachte der Euro würde wie ein Motor für Reformen funktionieren, aber er hat die Reformen abgedreht“, sagte er dem Think Tank Open Europe zufolge.

Stark schätzt aktuell vor allem den Zustand Griechenlands als aussichtslos ein: „Griechenland ist insolvent und wird hauptsächlich durch die EZB am Leben erhalten“, sagte er.

Erst kürzlich kritisierte Stark die Politik seiner ehemaligen Arbeitsstelle: Die EZB habe sich zu einer Gefangenen der Politik gemacht. Sie betreibe keine Geldpolitik mehr sondern sei in die Fiskalpolitik eingedrungen (mehr hier).

Der aktuelle Präsident der EZB, Mario Draghi, erklärte am Dienstag vor dem Bundestag hingegen, warum genau dies nicht der Fall sei. Die Auflagen im Zuge des ESM und die Beschänkung der EZB-Interventionen auf den Sekundärmarkt würden die EZB von der direkten Staatsfinanzierung durch die Zentralbank trennen (mehr hier).

Weil Stark schon vor einem Jahr den Kurs der EZB nicht mehr vertreten wollte, trat er als EZB-Chefökonom zurück.

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