Weltbank sieht Verbesserungen in Griechenland

Griechenland gehört zu den zehn Volkswirtschaften, die sich im letzten Jahr am meisten für Unternehmensgründungen eingesetzt haben. Das Land hat sich von Platz 100 auf 78 verbessert. Der Bericht der Weltbank macht die neuen Reformen für diesen Sprung verantwortlich. Die Inlandsinvestitionen bleiben jedoch weiterhin schwach.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Aktuell: Nobelpreisträger protestieren: EU will Budget für Forschung kürzen

Weltbank-Chef Jim Yong Kim: Der neue Bericht der Weltbank zeigt positive Effekte der Reformen in den Krisenländern.

Weltbank-Chef Jim Yong Kim: Der neue Bericht der Weltbank zeigt positive Effekte der Reformen in den Krisenländern.

Griechenlands Wirtschaft kann einen kleinen Erfolg verbuchen – zumindest statistisch: Einem Bericht der Weltbank zufolge haben sich die Voraussetzungen für Neugründungen in Griechenland im letzten Jahr verbessert (mehr hier).  Griechenland steigt im Ranking der Weltbank von Platz 100 auf Platz 78 in diesem Jahr. Die Umsetzung einiger Arbeitsmarktreformen habe die Rahmenbedingungen für Neugründungen verbessert.

Griechenland habe sich in drei Kategorien verbessert: Die Zeitspanne für Baugenehmigungen wurde verkürzt, es gibt mehr Transparenz und Schutz für Investitionen und die Auflösung insolventer Firmen wurde vereinfacht. Diese Vorteile sind jedoch zunächst nur auf dem Papier etwas wert. Die Investitionen für Neugründungen in Griechenland halten sich in Grenzen. Die Rückführung der Staatsschuldung durch Privatisierungen kommt nur schleppend voran (mehr hier).

Ohne die Auszahlung der nächsten Hilfstranche ist das Land in drei Wochen dem Staatsbankrott ausgesetzt (hier). Unter diesen Umständen sind die Voraussetzungen für Investitionen und Neugründungen in Griechenland unverändert schlecht. Die Spekulationen gegen eine schnelle Genese der griechischen Staatsfinanzen auf den Finanzmärkten gehen unverändert weiter (hier).

Der Bericht der Weltbank lobt auch andere von der Schuldenkrise geplagte Länder: Italien, Portugal und Spanien haben alle Ihre Hürden für Unternehmensgründungen abgebaut. Die Wirkungskraft positiver Mittelungen, die Finanzmärkte freundlich zu stimmen und die Zinslast der Krisenländer zu senken, dürfte der Bericht der Weltbank jedoch verfehlt haben. Die Rating-Agentur Moody’s hat zu Spanien eine ganz andere Meinung: Die Kreditwürdigkeit von fünf weiteren autonomen Regierungen wurde heute herabgestuft (hier). Dies dürfte Investoren nicht gerade überzeugen, in einer dieser Regionen ein Geschäft zu eröffnen

Polen hat von allen Ländern den größten Sprung gemacht und seine Wettbewerbsfähigkeit durch Reformen im Eigentumsrecht und Steuerrecht gesteigert, wird aber sein Defizitziel für 2012 verfehlen (hier). Osteuropa ist neben Zentralasien die Region mit den meisten wettbewerbsfördernden Reformen.

Weitere Themen:

ESM: Irischer Abgeordneter klagt vor EuGH
Ernüchterung im Markt: Zinsen für Spanien-Bonds steigen wieder
Jürgen Stark: EZB macht sich zum Gefangenen der Politik

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***