Regierung in Athen geht härter gegen freie Presse vor

Nach der Festnahme des griechischen Journalisten, der die Liste der griechischen Steuerflüchtlinge veröffentlicht hatte, geht die Regierung nun noch härter gegen die griechische Presse vor. Zwei TV-Moderatoren wurden suspendiert. Sie hatten sich kritisch über den Minister für öffentliche Ordnung geäußert.

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Die Pressefreiheit in Griechenland gerät zunehmend ins Wanken. Der Direktor des staatlichen Fernsehsenders ERT.net hat Anfang der Woche zwei TV-Moderatoren suspendiert, nachdem sie sich kritisch über den Minister für öffentliche Ordnung, Nikolaos Dendias, geäußert hatten. Der Minister steht derzeit aufgrund seines Vorgehens gegen Demonstranten und Einwanderern in der Kritik. Der Athener Polizei wird vorgeworfen, etliche Demonstranten nach einer Demonstration gegen die rechtsradikale Partei Chrysi Avgi festgenommen und gefoltert zu haben (hier). Nikolaos Dendias bestreitet die Vorwürfe und hat bereits einen Anzeige gegen den britischen Guardian, der von der Folter berichtet hatte, erstattet.

Die TV-Moderatoren hatten im Fernsehen darüber gesprochen, ob der Ordnungsminister aufgrund dieser Vorfälle nicht zurücktreten müsste. Diese öffentliche Kritik wollte sich die Regierung jedoch nicht gefallen lassen, was zur Suspendierung aufgrund „unannehmbarer Unterstellungen“ der Moderatoren führte, berichtet der Standard.

Erst am Sonntag war der griechische Journalist und Herausgeber Costas Vaxevanis verhaftet worden, weil sein Magazin Hot Doc eine Liste mit über 2.000 griechischen Steuerflüchtlingen veröffentlicht hatte (mehr hier). Eine Liste, die vor zwei Jahren den Griechen von der damaligen französischen Finanzministerin Christine Lagarde übergegeben wurde, dann aber auf rätselhafte Weise verschwand. Ab Donnerstag muss sich Costas Vaxevanis wegen Verletzung der Privatsphäre vor Gericht verantworten.

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