China pumpt 60 Milliarden US-Dollar in den Markt

Die chinesische Zentralbank hat zusätzliche 60 Milliarden Dollar in den Markt gepumpt, um die nationalen Banken zu unterstützen. Damit nähert sich Chinas Geldpolitik weiter dem eingeschlagenen Pfad der Fed und der EZB an, die schon länger den Banken unter die Arme greifen und versuchen, das Wachstum auf Kurs zu halten.

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Die chinesische Zentralbank (PBC) hat diese Woche die Rekordsumme von 379 Milliarden Renminbi, umgerechnet rund 60 Milliarden US-Dollar, in den Markt gepumpt. Zwar bestand keine unmittelbare Notwendigkeit für eine derart große Intervention, doch unterstützt die Zentralbank damit den Kurs der Regierung. Diese versucht seit etlichen Monaten, das zurückgehenden Wirtschaftswachstum wieder in Schwung zu bringen.

Bereits im Mai hatte die Zentralregierung zahlreiche Projekte im Bereich von Schienen- und Straßenbau genehmigen lassen, so dass diese nun Dank der Kapitalspritze der Zentralbank zu verbesserten Konditionen zeitnah umgesetzt werden können. Auch die Kapitalmärkte reagierten prompt positiv auf diesen Schritt. So fielen die Zinssätze für den Interbankenhandel, zu denen die Banken bereit sind, sich untereinander Geld zu leihen, von 4.2% zu Wochenbeginn auf nun 3,4%.

Kritik an der Rekordintervention besteht vor allem aufgrund ihrer Kurzfristigkeit. „Wir denken, dass die zunehmeden Schwankungen der Zinssätze dieses Mittel der Geldpolitik wenig effektiv macht und seinen eigentlichen Zweck zur Steuerung der Gelmenge zersört“, zitiert die FT Liu Liang von der Australian and New Zealand National Bank (ANZ). Seiner Ansicht nach sollte die chinesische Zentralbank vielmehr die Reserveanfoderungen heruntersetzen und den Banken auf diese Weise mehr Spielraum bei der Kreditvergabe einräumen.

Derzeit müssen chinesische Banken 20% ihres Kreditvolumens als Reserve vorhalten, was sie bei der Kreditvergabe stark einschränkt. Die Zentralbank befürchtet jedoch, dass reduzierte Kapitalanforderungen an die Banken zu einem Wiederaufflammen der Inflation führen könnte. Daher auch die Entscheidung kurzfristig 60 Milliarden Dollar zur Verfügung, zu stellen. Denn diese können im Vergleich zu einer dauerhaften Senkung der Kapitalanforderungen schnell wieder zurückgenommen werden.

Mit der Zurverfügungstellung von 60 Milliarden Dollar zur Unterstützung der Wirtschaft folgt die PBC den Beispielen der Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank. Die Federal Reserve hatte bereits 2009 damit begonnen über den Ankauf von Staatsanleihen Geld in den Markt zu pumpen. Und auch die EZB flutete die Märkte zur Bekämpfung der europäischen Schuldenkrise seit Dezember 2011 insgesamt mit mehr als 1000 Milliarden Euro.

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