Regierung zahlt Rechnungen nicht: Apotheken in Spanien streiken

Im Südosten Spaniens haben tausende Apotheken einen unbefristeten Streik ausgerufen. Damit wollen sie gegen die 450 Millionen Euro, die die öffentliche Hand den Apotheken schuldet, protestieren.

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Die regionalen Regierungen im spanischen Südosten schulden den Apotheken über 450 Millionen Euro vom Zeitraum Mai bis September. Die Apotheker fordern das Geld nun ein und gehen dafür auf die Barrikaden. Sie riefen einen unbefristeten Streik aus. Apotheken in den Regionen Valencia Alicante und Castellón nehmen an der Protestaktion teil. Allein in der Gegend um Valencia werden zwei Drittel der rund 2.200 Apotheken ihre Filialen im Wechsel schließen.

Die Apotheker sprechen von einer dramatischen Situation, die sie dazu zwinge, die Läden auf unbestimmte Zeit zu schließen. Die Präsidentin des College of Pharamacists, Maria Teresa Guardiola, schätzt, dass bis zu 500 Apotheken allein in diesem Monat Bankrott gehen könnten, wenn die Banken ihre Kredite nicht erneuern.

Die 17 autonomen Regionen Spaniens verfügen über das Gesundheits- und Bildungsbudget. Seit der Immobilienkrise von 2008 stieg ihr Schuldenberg kontinuierlich. Deshalb forderten neun Regionen, darunter Valencia, von der Zentralregierung einen Rettungsfonds, um ihr Defizit zu finanzieren (hier). Zuvor hatten die Balearen und Asturias finanzielle Unterstützung gefordert (hier).

„Die Apotheker fordern ein ähnliches Rettungsprogramm von der Zentralregierung in Madrid, wie es bei den Banken Anwendung fand“, sagte ein Sprecher der Apothekenvereinigung. Die spanische Zentralregierung beharrt unterdessen auf ihrem Sparkurs. Ein Haushaltsplan für 2013 sieht eine Kürzung der öffentlichen Ausgaben um 40 Milliarden Euro vor.

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