Portugal: Intellektuelle erklären Merkel zur „unerwünschten Person“

Harte Bandage vor dem Besuch in Lissabon: Angela Merkel wird von 100 Schriftstellern und Künstlern für eine "neoliberale Doktrin", verantwortlich gemacht, die Europa ruinieren werde.

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Vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der portugiesischen Hauptstadt Lissabon am 12. November heißen sie etwa 100 Schriftsteller und Künstler nicht willkommen. Merkel sei die Hauptverantwortliche für die neoliberale Doktrin, die Europa ruinieren werde, schreiben die Intellektuellen in einem offenen Brief.

Sie sprechen von einem Angriff auf viele Staaten durch die Sparpolitik. Merkel sollte als unerwünschte Person („Persona non grata“) in Portugal gelten, da sie sich in das demokratische System Portugals einmische, fordern die Schriftsteller und Künstler.

Unter dem Vorwand von „Auslandsinvestitionen” werde Merkel ausländische Geschäftemacher ins Land bringen, die die portugiesische Wirtschaft genauso plündern und ruinieren werden, wie die Griechenlands, Irlands, Italiens und Spaniens, heißt es in dem Brief.

Die Intellektuellen weisen aber auch ausdrücklich darauf hin, dass sie mit ihrem Brief nicht das deutsche Volk meinen. Die Kritik gelte ausschließlich der Bundeskanzlerin, die mit ihrer neoliberalen Doktrin Europa ruiniere.
Außerdem kündigen die Künstler und Schriftsteller einen europaweiten Generalstreik für Mittwoch an. Damit wollen sie gegen die Sparpolitik der Regierungen demonstrieren, die die Menschen betrügen.

Die Autoren des Briefes bezeichnen die EU als autoritäres Regime. Die EU Kommission, der Internationale Währungsfonds und die Europäische Zentralbank ignorierten den Willen der Straßen, aber der Protest werde wachsen, meinen die Kunstschaffenden aus Portugal.

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Kommentare

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    • Schreiner Hans sagt:

      Nun haben wir eine Art neue SED in Berlin, umgangssprachlich als “Große Koalition” bekannt geworden.
      Eigentlich bräuchten wir, alle EU-Länder, wieder Regierungen die Demokratie für systemrelevant halten und dir Freiheit der Völker für
      “TOO BIG TO FAIL!”
      Wird aber wohl nichts, solange diese Machthaber nicht so richtig alles an die Wand gefahren haben!

    • lionheart sagt:

      zur erinnerung: die schuldenkrise kam nicht primär durch wirtschaftliche fehlleistungen, sondern durch bankenrettungen, unterstützt durch gesteuerte politiker in allen möglichen ländern. “too big to fail” war die drohung der bankster. was bedeutete fail? die komplette vernichtung der weltwirtschaft, quasi selbstmord und chaos. wie konnte das passieren? durch die deregulierung des finanzsektors.
      in dem augenblick wurde doch klar, was gespielt wird: die banken und andere höhere eliten regieren uns, und nicht das volk.
      die politiker haben keine macht mehr. der wahre feind ist nicht merkel, sondern die BANKEN und die 1%!

      • Cecii sagt:

        Jetzt habe ich eine Identite4tskrise. Lesbisch bin ich zwar immer noch, Feministin auch, wenigstens nach meienr Definition, aber ffcr den erlauchten Kreis lesbischer Feministinnen reicht’s wohl nicht mehr. Um zu ihnen zu gehf6ren, mfcsste ich u.a. Pornografie im Allgemeinen und (viele) schwule Sexualpraktiken im Besonderen als die Wurzel allen dcbels ansehen. Meint die Autorin, wenn ich sie richtig verstehe. Ich dachte auch, als ich das las, dass ich sofort in eine Identite4tskrise geraten wfcrde. Ich besche4ftige mich gerade mit Pornografie, und wie weit sie feministisch sein kann. Audferdem schreibe ich sie auch. Aber das nur nebenbei. Wenn ich deine Zitate richtig verstehe ich muss leider zugeben, dass ich mit dem Lesen der (klassischen) lesbisch-feministisch Literatur erst angefangen habe und eher zur Fiktion neige -, beginnt Sheila Jeffreys dieses patriarchale Teile- und-Herrsche-Prinzip, in dem sie definiert, was gute und schlechte Sexualite4t ist. Ich dachte, dass he4tten wir bereits hinter uns gelassen. Es war ein wichtiger Diskurs in den 1970er Jahren, wenn gerade auch Frauen sich und ihre Bedfcrfnisse entdeckten und ihre Grenzen durchaus auch hart zogen. Dieser verdanke ich – all die Gender Fachkre4fte mf6gen mir verzeihen – meine langen Haare, meine Stf6ckelschuhe und den unbefangenen Gebrauch von Mascara. Das ging und geht mir noch immer e4hnlich. semiramis