Mangelnde Hygiene: Malaria kehrt nach Griechenland zurück

In Griechenland steigen seit zwei Jahren die gemeldeten Malaria-Fälle. Durch Budget-Kürzungen und Entlassungen im Gesundheitssystem wurden Hygiene-Standards um Jahrzehnte zurückgedreht.

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Die hohen Standards im griechischen Gesundheitswesen wurden seit dem Ausbruch der Schuldenkrise nach und nach abgebaut. Die Konsequenzen äußern sich in einer erhöhten Zahl gemeldeter Malariafälle, die im ganzen Land vorkommen. In der See- und Orangenregion Skala wohnen viele Einwanderer, die aus Afghanistan und  Pakistan auf engem Raum zusammenleben und den zahlreichen Moskitos ungeschützt ausgesetzt sind.

Die Ressourcen in fast allen wichtigen Bereichen der Krankenhäuser und Arztpraxen sind knapp. Es fehlt an sauberen Spritzen, Ärzte und Schwestern werden nicht bezahlt. Die Beobachtung und Eindämmung bestimmter Ansteckungsherde kann nicht mehr sichergestellt werden. Nicht nur die Anzahl der Malaria, die bereits seit 1974 bekämpft schien, fängt wieder kontinuierlich an zu wachsen. Chronische Atemwegserkrankungen, Hautkrankheiten, Tuberkulose und HIV nehmen einem Bericht des WSJ zufolge auch zu.

Die Menschen in Griechenland sind auch finanziell angeschlagen. Renten und Gehälter wurden in den letzten Jahren mehrfach gekürzt. Mehr als ein Drittel aller Bürger kann sich Medikamente oder Untersuchungen nicht mehr leisten. Die Regierung hat zu spät reagiert. Der Ausbruch von Malaria wurde bereits 2008 von Jannis Gripiotis, einem gelernten Arzt und regionalen Bürgermeister, an die Zentralregierung gemeldet. Die Behörden versuchten jedoch den Fall „zu überdecken. Sie nannten mich verrückt“, sagte Gripiotis.

Mittlerweile sind fünf verschiedene Gebiete Griechenlands von Malariafällen betroffen. Moskitos können bis zu drei Kilometer zurücklegen und mehrmals zustechen. Eine weitere Verbreitung ist bei den derzeit ungenügenden Gegenmaßnahmen nicht auszuschließen. Ein Antrag Gripiotis auf zusätzliche, medizinische Mittel wurde abgewiesen. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zieht in Betracht, ein Hilfslager in Athen zu errichten, wo tausende Einwanderer keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Die Organisation will einer anderen Gefahr zuvorkommen: „Der Tuberkulose muss mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. Es gibt zu wenig gemeldete Fälle über die Krankheit hier in Griechenland“, sagte Dr. Veizis von der Organisation. Er befürchtet ein hohe Dunkelziffer erkrankter Menschen.

Griechenland steht kurz vor der Auszahlung einer weiteren Hilfstranche in Höhe von mehreren Milliarden (mehr hier). Im Gesundheitssektor werden diese jedoch kaum ankommen. Bis zu 80 Prozent des Geldes landen direkt bei den Banken (hier).

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