Planwirtschaft gescheitert: Die Falsch-Prognosen der Troika

Das griechische Wirtschaftswachstum wurde von den Vertretern von EZB, IWF und EU während der gesamten Schuldenkrise zu hoch bewertet. Statt eine realistische Einschätzung über den Zustand und die Entwicklung der griechischen Wirtschaft zu liefern, dienten die Prognosen der Troika vielmehr lediglich der Beruhigung der Märkte.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Aktuell: Griechische Demonstranten attackieren deutschen Konsul

Seit 2008 haben sich die Wirtschaftsprognosen der Troika für Griechenland nicht bestätigt. Die Aussichten mussten immer nach unten korrigiert werden. So wurde für das Jahr 2010 noch ein Wachstum von 2,5 Prozent vorausgesagt. Der tatsächliche Wert lag bei -4,5 Prozent, wie Zerohedge berichtet.

Die Prognosen der Troika und die tatsächliche Wirtschaftsleistung Griechenlands 2007 - 2014. (GrZerohedgeafik: )

Die Prognosen der Troika und die tatsächliche Wirtschaftsleistung Griechenlands 2007 – 2014. (GrZerohedgeafik: )

So ging es auch die folgenden Jahre weiter. Scheinbar sollen die Prognosen der Troika nur dazu dienen, die Märkte zu beruhigen und die Stimmung hoch zu halten. Für 2011 wurden die Prognosen zumindest auf 0,5 Prozent herabgesenkt. Der reale Wert lag dann bei etwa minus sieben Prozent. Wirtschaftsprognosen werden regelmäßig nach unten korrigiert. Dass die Situation jedoch so falsch beurteilt wurde, ist mit den Begründungen der griechischen Reformunfähigkeit allein jedoch nicht mehr zu erklären.

Die Programme, die Wirtschaftspolitik zentralistisch gestalten zu wollen, sind früher oder später zum Scheitern verurteilt. Wirtschaftsprofessor Dani Rodrik von der Harvard University sagte bereits im August, dass die Prognosen der Troika spätestens in 2011 realistischer hätten ausfallen müssen. Tatsächlich waren die Programme auf der Annahme konzipiert, „dass es einen magischen und riesigen Anstieg der Produktivität geben werde, ausgelöst durch die Reformen wie die Liberalisierung bestimmter Berufsgruppen und die Arbeitsmarktreform, die niemals umgesetzt wurden“, sagte Rodrik (mehr hier).

Weitere Themen:

Hohe Benzinpreise lösen Volksaufstand in Jordanien aus
Deutsche Wirtschaft schwächt sich weiter ab
Unternehmen nützen Krise, um Menschen durch Roboter zu ersetzen

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick