Schock: Niederlande rutscht in die Rezession

Die niederländischen Banken schlagen Alarm: Viele Holländer sind offenbar klamm und haben ihren Konsum drastisch zurückgefahren. Damit wackelt der Staatshaushalt, weil die Steuereinnahmen zurückgehen. Eine neue Sparwelle droht.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Aktuell: China: Wegen massiver Korruption ist der Crash programmiert

Nachdem die niederländische Wirtschaft im zweiten Quartal noch ganz leicht um 0,1 Prozent gewachsen war, rutschte das Land im dritten Quartal in eine Rezession. Die Wirtschaft schrumpfte um 1,1 Prozent – Ökonomen hatten mit einer Kontraktion von 0,5 Prozent gerechnet. Damit befindet sich die niederländische Wirtshaft zum dritten Mal in vier Jahren in einer Rezession. Das „ist ein Schock“, so Maarten Leen von der ING zur FT. Besonders in der Bauindustrie (-8%) und bei den Ausgaben der privaten Haushalte (-1,8%) kam es zu einem deutlich negativen Trend im Vergleich zum Vorjahr.

Der alte und neue Ministerpräsident Mark Rutte sieht mit der Rezession in den Niederlanden weitere Sparmaßnahmen auf sein Land zukommen (Foto: EU Consilium).

Der alte und neue Ministerpräsident Mark Rutte sieht mit der Rezession in den Niederlanden weitere Sparmaßnahmen auf sein Land zukommen (Foto: EU Consilium).

Das sechste Mal in Folge sind die privaten Konsumausgaben in den Niederlanden zurückgegangen. Die Niederländer sind massiv verunsichert über steuerliche Maßnahmen, die die neue Regierung umsetzen will. So will diese die Absetzbarkeit von Hypothekenzinsen begrenzen und will neben dem neuen Mehrwertsteuersatz von 21 Prozent (seit Oktober) weitere Steuererhöhungen vorantreiben. Schließlich ist auch die neue Regierung um den wiedergwählten Ministerpräsidenten Mark Rutte gezwungen, an dem Sparkurs festzuhalten (und daran scheiterte die frühere Koalition – hier).

Die wirtschaftliche Entwicklung hin zu einer Rezession wird jedoch die Gelder, die in die niederländische Staatskasse fließen, weiter verringern. Und so ist erneut das Defizit-Ziel von drei Prozent für 2013 gefährdet. Das könnte die Regierung dazu zwingen, in den kommenden Monaten also noch mehr Einsparungen vornehmen zu müssen als ursprünglich geplant.

Weitere Themen

Sackgasse Studium: Bildungssystem produziert an der Realität vorbei
Krieg in Nahost eskaliert: Israel erwägt Mobilmachung von 30.000 Soldaten
Aus Angst vor Deutschland: Spanien will Kredit vom IWF

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht vom System und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick