Schweizer Exporteure bekommen Euro-Krise zu spüren

Die Euro-Krise ist nun auch in der Schweiz angekommen: Wirtschaftsminister Johann Schneider-Amann ist von der geringen Wachstumsquote „enttäuscht“. Der Abschwung fällt stärker aus als erwartet.

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Die Eurokrise zieht nun auch den Schweizer Export in Mitleidenschaft: Der Exportumfang kühlte sich deutlich ab. Unternehmen müssen die Preise senken und scheuen vor größeren Investitionen zurück. Die schwache Auftragslage auf dem europäischen Markt zwingt sie dazu, die Produktionsmengen zu reduzieren. In Zusammenhang mit einer stagnierenden Konsumbereitschaft deuten Prognosen darauf hin, dass die Gesamtlage schlechter ist als noch im letzten Quartal angenommen.

Einer Studie von Bloomberg zufolge wächst das BIP der Schweiz dieses Jahr nur noch 0,9 Prozent, dann wieder 1,1 Prozent in 2013 und schließlich 1,6 Prozent in 2014. Die Daten basieren auf dem Mittelwert von 21 Analysten einer vierteljährlichen Studie über die Schweizer Ökonomie. Noch im August lagen die Werte bei 1,3 Prozent für 2012, bei 1,5 Prozent für nächstes Jahr und bei 1,8 Prozent für 2014. Im Vergleich zum Vorjahr verlor die Schweizer Wirtschaft 1, 0 Prozent ihrer Leistung. Wirtschaftsminister Johann Schneider-Amann ist „von dem Wachstum im dritten Quartal enttäuscht“.

In ganz Europa werden die Wirtschaftsprognosen nach unten korrigiert, da die Schuldenkrise die Produktnachfrage abwürgt. Besonders bei Nationen wie der Schweiz, die auf ihre starke Exportwirtschaft angewiesen sind, spiegelt sich das schwache europäische Wirtschaftswachstum auf dem nationalen Markt wider. Besonders die starke Währung der Schweiz hält die Innennachfrage stabil. Unternehmen und Privathaushalte können sich durch geringe Zinsen immer noch günstiger Geld leihen, als in den meisten anderen Ländern Europas. Die Preise könnten im Verlauf des nächsten Jahres leicht sinken, erhöhtes Inflationsrisiko besteht jedoch nicht.

Trotz der Abhängigkeit der Schweiz von internationalen Finanzgeschäften steht die Wirtschaft im Vergleich zum Durchschnitt der EU immer noch gut da. Die Schweiz gilt für Kapitalzuflüsse immer noch als sicherer Hafen, trotz der Lockerung des Bankgeheimnisses und der Einschränkung von Steuervorteilen. Das Geld fließt aber nicht nur in die Banken. Vor allem bei Immobilien kommt es zu einem Preisanstieg. Experten rechnen daher mit der Möglichkeit einer Immobilienblase.

Aufgrund der Robustheit der Schweizer Wirtschaft fällt die Prognose für die nächsten Jahre dennoch nicht allzu schlecht aus. Es wird allgemein erwartet, dass der starke Arbeitsmarkt ein nach wie vor stabilisierendes Gegengewicht zu möglichen Schwankungen auf den Finanzmärkten darstellt.

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