Attacke aus Paris: „Deutschland sollte einen Wohlfahrtsstaat errichten, der diesen Namen verdient!“

Deutschland muss endlich die Löhne erhöhen, fordert der französische Industrieminister. Nur so könne die Binnennachfrage gestärkt und Wachstum in der Eurozone gefördert werden. Schließlich habe das Land eine Verpflichtung.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Aktuell: Harte Gangart: Van Rompuy eliminiert Großbritannien aus EU-Budget

Die Schuldzuweisungen und Provokationen zwischen Frankreich und Deutschland gehen weiter. In einem Interview mit dem Radio Europe 1 wies Frankreichs Industrieminister, Arnaud Montebourg, auf Deutschlands Verantwortung für den Euroraum hin. „Deutschland hat eine Verpflichtung“, sagte er. Schließlich wäre es an Frankreich und Deutschland, die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Doch Deutschlands Rolle ist letztlich größer, da das Land ja immerhin einen Handelsüberschuss aufweisen kann.

Vor allem kritisiert Arnaud Montebourg aber die innenpolitischen Entscheidungen in Deutschland. Das Land müsse „die Löhne erhöhen“, um die Nachfrage bei den Verbrauchern anzukurbeln. Zudem muss „Deutschland einen Wohlfahrtsstaat erreichten, der diesen Namen auch verdient“, holte Montebourg weiter aus. Das würde die Wirtschaft im Euroraum wiederbeleben.

Bereits vergangene Woche nutzte der französische Finanzminister Moscovici die guten Wirtschaftsdaten des Landes, um darauf zu verweisen, dass letztlich nicht Frankreich der kranke Mann Europas sei (hier). Wie Montebourg reagierte der franzsösiche Finanzminister damit auf Schäubles Plan, Frankreich unter die Arme zu greifen und Reformvorschläge von deutschen Experten für das Land anfertigen zu lassen (mehr hier).

Weitere Themen

Lateinamerika-Gipfel: Spanien bittet ehemalige Kolonien um Finanzhilfe
Immer gefährlicher: Schattenbanken wachsen unkontrolliert
Geheimplan: Yahoo und Facebook wollen Google-Suche angreifen

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***