Glaubwürdigkeit verloren: Italiener haben genug von Mario Monti

Nur noch ein Drittel der Italiener hat noch Vertrauen in Mario Montis Politik. Die Reformen und Einsparungen sind umstritten und die Wirtschaft schrumpft. Der italienische Präsident will die Neuwahlen vorziehen, um Klarheit zu erhalten.

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Italiens Premier Mario Monti hat eindeutig seine Glaubwürdigkeit in der Bevölkerung verloren. Neuesten Umfragen zufolge sind 62 Prozent der Italiener gegen eine zweite Amtszeit des Technokraten. Lediglich 36 Prozent der italienischen Bevölkerung vertrauen dem derzeitigen Premier, 71 Prozent waren es bei seinem Amtsantritt im November 2011.

Die umgesetzten Reformen und Sparmaßnahmen Mario Montis wurden von einer steigenden Arbeitslosigkeit begleitet und die Wirtschaft des Landes bricht ein (hier). Die Unzufriedenheit der italienischen Bevölkerung ist entscheidend für Montis weitere Pläne. Je größer der Widerstand der Italiener wird und je näher die Neuwahlen im kommenden Jahr rücken, umso mehr wenden sich die italienischen Parteien ab, die Montis Technokraten-Regierung noch stützen. Einen Vorgeschmack auf die Neuwahlen gab es bereits bei der Wahl der lokalen Regierung in Sizilien (mehr hier).

So überlegt nun die PDL öffentlich, Monti die Unterstützung aufzukündigen, bis die Regionalwahlen in Lazio, Lombardy und Molise vorüber sind. Dies und ähnliche Äußerungen anderer Parteien könnte nun sogar zu einer Vorverlegung des Wahltermins führen. Eigentlich wären die Parlamentswahlen im April am Ende der Legislaturperiode, aber der italienischen Präsident Giorgio Napolitano schlug nun vor, diese schon am 10. März abzuhalten.

Kommentare

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    • will williamson sagt:

      Wieder einmal zur Erinnerung: Wer glaubt, dass Volksvertreter das Volk vertreten, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

      Im Fall Monti ist allerdings anzumerken, dass er nicht vom Volk gewählt wurde und daher wohl nicht als Volksvertreter gelten kann.