Schock in Polen: Nationalist wollte Parlament in die Luft jagen

Das polnische Parlament ist offenbar nur knapp einem Anschlag entgangen. So haben polnische Behörden am Dienstag einen Mann festgenommen, der vorhatte ein Fahrzeug mit einem Sprengsatz vor dem Parlament zu platzieren und damit Präsident und Premierminister zu töten.

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Seit dem Zerfall der kommunistischen Herrschaft vor 20 Jahren hat Polen nichts Vergleichbares erlebt. Ein radikaler Nationalist hatte offenbar vor, das Parlamentsgebäude in die Luft zu sprengen. Dabei zielte er wohl auch auf den Präsidenten und den Premierminister ab, die sich zu der Zeit im Gebäude befanden.

„Der Fall sieht sehr ernst aus“, sagte der Regierungssprecher Pawel Gras einer regionalen Radiostation. „Wir wissen, dass mögliche Ziele des Anschlags der Präsident, das Parlament und die Regierung waren“, so Gras weiter. Der mutmaßliche Terrorist arbeitet als Wissenschaftler an einer Krakower Universität. Er soll sich ein ganzes Arsenal an explosivem Material angeschafft haben, so z.B. Pistolen und ferngesteuerte Sprengzünder. Darüber hinaus soll er versucht haben andere Personen für seinen Anschlag zu gewinnen.

„Der Tatverdächtige gehört keiner politischen Gruppierung oder Partei an. Er behauptet, dass er aus nationalistischen, anti-semitischen und fremden-feindlichen Motiven gehandelt hat“, sagte der Staatsanwalt Mariusz Krason bei einer Pressekonferenz. Er habe bereits Erkundungen in der Nachbarschaft des Polnischen Parlaments Sejm unternommen und explosives Material gesammelt, so der Anwalt weiter.

Der mutmaßliche Tatverdächtige habe durch seinen wissenschaftlichen Hintergrund über die Möglichkeiten der Sprengung bescheid gewusst. „Er ist ein Spezialist auf dem Gebiet“, betonte Krason. Die Motive und die Eigenschaften des Verdächtigen erinnerten stark an Andres Breivik, der im vergangenen Jahr 77 Menschen mit Bomben und Schusswaffen in Norwegen tötete, berichtet das Polnische Fernsehen.

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