Billigere Löhne: VW will künftig mehr Werke in China betreiben

Bis zum Jahr 2015 will VW knapp 10 Milliarden Euro in den Bau weiterer Werke in China stecken. Für die deutsche Volkswirtschaft sind das schlechte Neuigkeiten. Der Automobilindustrie kann durch Auslagerungen ein ähnliches Fiasko wie in Frankreich drohen.

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In den nächsten vier Jahren will VW seine Investitionen in China steigern: Insgesamt 9,8 Milliarden Euro sollen für den Bau von vier weiteren Fabriken in der Volksrepublik bis ins Jahr 2015 aufgebracht werden. Die Investitionen sind Teil einer Strategie, in der die Produktion von Volkswagen auf dem chinesischen Markt bis 2018 rund vier Millionen Fahrzeuge pro Jahr betragen soll, wie China Daily berichtet.

Für die deutsche Automobilindustrie kann das einen weiteren Rückgang der Aufträge bedeuten. Wenn künftig mehr Fahrzeuge in China produziert werden, besteht die Gefahr, dass deutsche Werke nicht mehr mit voller Auslastung arbeiten. Daimler hat bis Ende des Jahres die Auslastung seiner Werke heruntergefahren (hier).

In China sind die Lohnkosten erheblich günstiger. Die in China produzierten Fahrzeuge seien jedoch ausschließlich für den chinesischen Markt bestimmt, versichert VW Konzernsprecher Eric Felber den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. „Mit 60 Prozent wird mehr als die Hälfte der Mittel in Deutschland eingesetzt”, heißt es in einer Pressemitteilung von Volkswagen.

Welche Folgen eine Auslagerung der Produktion in Schwellenländer hat, kann am Beispiel Frankreichs abgelesen werden. In der Ära Sarkozy wurden in der Industrie hunderttausende Jobs vernichtet. Die französischen Marken Peugeot und Citroën des Konzerns (PSA) brachen anfang des Jahres um fast 30 Prozent ein (hier). Der Grundfehler der Franzosen lag darin, dass sie nur die Produktion ins Ausland verlagert hatten, jedoch nicht in der Lage waren, mit konkurrenzfähigen Modellen auch auf den asiatischen Märkten zu bestehen.

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