Mehrheit der Deutschen gegen einen Türkei-Einsatz

Die Stationierung von deutschen Patriot-Raketen in der Türkei könnte auch einen Bundeswehreinsatz nach sich ziehen. Bis zu 170 Bundeswehr-Soldaten würden dann an die türkisch-syrischen Grenze geschickt werden. Eine Abstimmung im Bundestag steht noch aus.

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59 Prozent der Deutschen lehnen einen Einsatz der Bundeswehr an der türkisch-syrischen Grenze ab. Dies zeigte eine an diesem Freitag veröffentlichte Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des ARD-Morgenmagazins. Ihrer Ansicht nach sei ein solches Vorhaben falsch. 36 Prozent der Befragten sprachen sich für eine Involvierung der Deutschen aus. Auch in den Reihen des Bundestags ließe sich für das Vorhaben derzeit keine Mehrheit finden, so Reuters.

Nachdem die Türkei nach längeren Gesprächen mit der NATO am vergangenen Mittwoch einen formellen Antrag auf Stationierung von Patriot-Raketen gestellt hat, wird dieser nun durch die Allianz geprüft. Neben der Bundesrepublik verfügen lediglich die USA und die Niederlande über den modernsten Typ PAC-3 des angeforderten Flugabwehrgeräts (hier).

Spätestens im Dezember soll der Bundestag auf Wunsch der Regierung infolgedessen auch über einen Einsatz deutscher Soldaten in der Türkei entscheiden. Kurz nach Bekanntwerden des türkischen Antrags bei der NATO erklärte Premier Recep Tayyip Erdoğan vor Journalisten in Islamabad, dass die Anti-Raketen-Systeme „nur für Zwecke der Verteidigung“ gegen ausländische Bedrohungen eingesetzt würden. Gegenwind kommt jedoch aus Russland. Der Einsatz der Patriot-Rakten „würde die Stabilität in der Region nicht fördern“, warnte der Sprecher des Außenministeriums Alexander Lukaschewitsch am Donnerstag. „Die Militarisierung der syrisch-türkischen Grenze ist ein alarmierendes Signal“, so Lukaschewitsch.

In den letzten Wochen musste die Türkei wiederholt auf syrische Granateneinschläge auf türkischer Seite reagieren (mehr hier). Zur Abschreckung ließ die Armee gleich mehrmals Kampfjets aufsteigen. Dennoch gab es seit Anfang Oktober auch auf türkischem Gebiet einige Tote zu beklagen. Insgesamt kosteten die seit März 2011 tobenden Unruhen in Syrien bereits rund 40.000 Menschen das Leben.

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