„Judenliste“ gefordert: Offener Antisemitismus in Ungarn

Ein Mitglied der rechtsradikalen Jobbik-Partei hat sich im ungarischen Parlament öffentlich für eine Liste ausgesprochen, auf der jüdische Politiker und Regierungsmitglieder stehen sollten, die angeblich eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellten.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Aktuell: Härte gegen Stahlkonzern: Hollande droht ArcelorMittal mit Enteignung

Der Abgeordnete Marton Gyongyosi hat im Kontext des Krieges zwischen Israel und den Palästinensern eine Auflistung von Juden gefordert. Die Spannungen im Gaza-Konflikt rechtfertigten dies, sagte der Politiker der rechtsradikalen Jobbik-Partei einem Bericht der FT zufolge. Mitglieder aller anderen Parteien des ungarischen Parlaments äußerten sich geschockt auf diese Forderung.

„Jobbik hat schon immer antisemitische Äußerungen im Parlament gebracht, aber niemand hat bislang eine Liste gefordert“, sagte Tim Szabo von der grünen LMP. „Das ist inakzeptabel in einer Demokratie.“ Holocaust-Überlebende äußerten sich beschämt von der antisemitischen Attacke Gyongyosis: Diese Ankündigung erzeuge „Angst, obwohl klar ist, dass es sich nur um politische Zwecke handelt“, sagte ein Vertreter einer jüdischen Vereinigung.

Gyongyosi versuchte aufgrund der scharfen Kritik an seiner Person indes, seine Aussage zu relativieren. Er meine ausschließlich Bürger mit israelisch-ungarischer Staatsbürgerschaft und er bedauere das Missverständnis. Es gehe ihm ausschließlich um die nationale Sicherheit Ungarns.

Weitere Themen:
Griechenland wie in den 50er Jahren: Schulen werden nicht geheizt
Portugal: Tausende Menschen protestieren gegen Sparpolitik
Das Ende des Waffenscheins: US-Bürger bauen Pistolen mit 3D-Druckern

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick