Untreue-Vorwurf: Staatsanwalt klagt Chef der Journalisten-Gewerkschaft an

Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen den Vorsitzenden des Deutschen Journalisten Verbandes: Michael Konken soll 34.000 Euro Aufwandsentschädigung zu Unrecht kassiert haben.

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Früher einmal waren die Journalisten besonders auf Korrektheit erpicht. Doch im Zug der Wirtschaftskrise sind die Grenzen fließender geworden. Während die Journalistengewerkschaften tatenlos zusehen müssen, wie eine Zeitung nach der anderen schließt, scheint manch einer in die Nähe des ominösen Griffs in die Kasse zu geraten. Erst kürzlich war bekanntgeworden, dass zahlreiche Journalisten auf Kosten von Unternehmen in den Genuss von Luxusreisen für eine entsprechende Berichterstattung gekommen waren.

Nun hat es den obersten Journalisten-Gewerkschafter erwischt: Seit 2011 ermittelte die Staatsanwaltschaft Bonn gegen den DJV-Vorsitzenden Michael Konken. Jetzt hat sie ihn wegen Untreue angeklagt. Es geht um die Frage, ob Konkenzu Unrecht 2.511 Euro Netto pro Monat erhielt. „Es geht um die Aufwandsentschädigung, die Herr Konken vom DJV erhält und um die Frage, ob sie ihm rechtmäßig zusteht“, erklärt der Verbands-Sprecher Hendrik Zörner, dem Mediendienst Meedia.

Laut DJV erhält Konken, der offiziell ehrenamtlich den Job des obersten Journalisten-Gewerkschaftlers ausfüllt, inklusive Umsatzsteuer 34.000 Euro pro Jahr von seinem Verband. Die Bonner Staatsanwaltschaft ist nun der Meinung, dass die Vereinssatzung des DJV in den vergangenen Jahren keine Bezahlung des Vorsitzenden vorsah. Die Rechtsgrundlage sei erst im nachhinein geschaffen worden – eine unzulässige Aktion nach Ansicht der Staatsanwaltschaft.

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