Französische Werft: Gewerkschaften bitten um Verstaatlichung

Die Auftragsbücher der französischen Werft Chantiers de l’Atlantique in Saint-Nazaire am Atlantik sind leer. Nun fordern die Gewerkschaften, der französische Staat möge das Werk übernehmen.

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Die drei großen Gewerkschaften CFTC, Solidaires und Force Ouvrière haben die französische Regierung ersucht, die Werft Chantiers de l’Atlantique in Saint-Nazaire am Atlantik zu verstaatlichen. Eine Verstaatlichung sei unausweichlich, weil die Auftragslage so schlecht sei, sagte ein Gewerkschaftsführer. Nur de französische Steuerzahler könne die Arbeitsplätze der Arbeiter erhalten. Die Werft, die unter anderem das Luxusschiff Queen Mary 2 gebaut hat, beschäftigt nur noch 2.100 Arbeiter, davon 1.000 in Kurzarbeit. Auch die Zahl der Zulieferer ist drastisch gesunken. Das größte Problem: Für 2013 gibt es keine Aufträge mehr, die Werft ist damit im Grunde am Ende.

Schon jetzt besitzt der französische Staat 33,34 Prozent an der Werft. Die Mehrheit hält das norwegische Unternehmen STX Europe, welches seinerseits eine Tochter der koreanischen STX Corporation ist. Die Gewerkschaften attackierten die Koreaner wegen der Flaute und sagte, die Eigentümer täten nichts, um die Werft zu retten.

Industrieminister Arnaud Montebourg hatte vor kurzem die Werft besucht und die Gewerkschaften enttäuscht, weil er sich zurückhaltend über die Zukunft des Betriebes geäußert hatte.

Montebourg hatte erst diese Woche für Aufsehen gesorgt, weil er den indischen Stahlkonzern ArcelorMittal aus dem Land werfen wollte (hier). Auch Präsindet Francois Hollande hatte ArcelorMittal gedroht, ein Stahlwerk zu verstaatlichen, wenn die Eigentümer nicht die von der französischen Regierung gewünschte Anzahl an Mitarbeiter weiterbeschäftige (hier).


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