Griechen-Chaos kostet Deutschland früher oder später 93 Milliarden Euro

Das griechische Desaster wird Deutschland teuer zu stehen kommen. 93 Milliarden Euro stehen auf dem Spiel. Aktuell versuchen Angela Merkel und Wolfgang Schäuble, das wahre Ausmaß der Verluste bis nach der Bundestagswahl zu verschleiern.

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Angela Merkel, hier in Begleitung von Frank-Walter Steinmeier, weiß genau, woher die Milliarden kommen werden. Der deutsche Steuerzahler muss noch bis nach der Bundestagswahl warten, bis er's erfährt. (Foto: consilium)

Angela Merkel, hier in Begleitung von Frank-Walter Steinmeier, weiß genau, woher die Milliarden kommen werden. Der deutsche Steuerzahler muss noch bis nach der Bundestagswahl warten, bis er’s erfährt. (Foto: consilium)

Griechenland droht immer mehr auch für den deutschen Steuerzahler zu einem Fass ohne Boden zu werden. Nur wenige Tage nach dem neuen Griechenland-Deal hat sich der Bundestag zu einer Direktzahlung an Griechenland durchgerungen – hier geht es tatsächlich nicht allein um Garantien, sondern um Cash (mehr hier). Dieses Geld kommt nun zuallererst den Spekulanten zugute (mehr zu deren vorgezogenem Weihnachtsfest – hier).

Nachdem das Geld bewilligt war, hat Angela Merkel erstmals die Katze aus dem Sack gelassen und angedeutet, dass es nach der Bundestagswahl zwangsläufig zu dem von der Bundesregierung und der Bundesbank immer wieder abgelehnten Schuldenschnitt kommen werde. Diese Aussage in der Bild am Sonntag hat ein Regierungssprecher am Montag relativiert (im Detail in der Welt – hier). Merkel dürfte in ihrer Kommunikationsstrategie jedoch dem Euro-Gruppen-Chef Jean Claude Juncker folgen, der einmal gesagt habe, die EU gehe nach dem Motto vor: Wir stellen etwas in den Raum, und sehen dann was passiert.

Im Detail nachgerechnet kann sich der deutsche Steuerzahler auf eine saftige Rechnung aus dem Griechen-Chaos einstellen. Der finale Schuldenschnitt wird nämlich auf die öffentlichen Gläubiger abzielen, da diese nach dem ersten Schuldenschnitt für Griechenland die höchsten Forderungen haben. Schätzungen zufolge besitzt die EZB griechische Anleihen im Wert von etwa 50 Milliarden Euro. Das bestätigte Klaus-Peter Willsch (CDU) den Deutschen Wirtschafts Nachrichten.

Falls es zu solch einem Schuldenschnitt kommen sollte, hängt die Belastung für den deutschen Steuerzahler entsprechend von der Quote des Schuldenschnitts ab. Würde die EZB dementsprechend an einer solchen Schuldenentlastung für Griechenland teilnehmen, so wie der IWF es schon lange fordert, träfe das auch die Bundesbank. Ein hundertprozentiger Schuldenschnitt von Seiten der EZB würde Deutschland anteilig 13,5 Milliarden Euro kosten.

Nimmt man nun das Worst-Case-Szenario an, nämlich eine völlige Zahlungsunfähigkeit  Griechenlands, bei der Griechenland auch die gewährten Kredite der internationalen Gläubiger nicht mehr zurückzahlen könnte, wären die Verluste noch höher. Am ersten Rettungspaket war Deutschland einerseits über den EFSF zu 15, 2 Milliarden Euro beteiligt und hat über den IWF noch weitere 1,25 Millliarden Euro für Griechenland zur Verfügung gestellt. Noch mehr wurde es beim zweiten Rettungspaket, das nach der derzeitigen Sitauation in Griechenland auch nicht das letzte sein wird. Hier entfallen von den bisher an Griechenland ausgezahlten 73,9 Milliarden Euro 34,5 Milliarden an Deutschland und über den IWF, Klaus-Peter Willsch zufolge, noch einmal 0,1 Milliarden Euro.

Hinzu kommen auch die vom Ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn kritisierten hohen Target-2-Salden Deutschlands (mehr zur Problematik im Interview bei dem DMN – hier). Die Forderungen Deutschlands gegenüber den Peripherieländern liegt bei über 759 Milliarden Euro (Stand 3/2011). Die Target-Verbindlichkeiten beispielsweise, die Griechenland allein gegenüber dem Eurosystem hat, belaufen sich auf etwa 107,840 Milliarden Euro. Im Worst-Case-Szenario würde Griechenland auch die nicht mehr begleichen können. Der deutsche Anteil an diesem 107,840 Milliarden Euro schweren Verbindlichkeiten Griechenlands gegenüber dem Eurosystem entspricht gemäß dem EZB-Schlüssel von 27 Prozent in etwa 29,12 Milliarden Euro.

Somit belaufen sich die bisher her geleisteten mittel- und unmittelbaren deutschen Kredite Deutschlands gegenüber Griechenlands auf mittlerweile 93,67 Milliarden Euro. Je nachdem, inwiefern und wann die europäische Politik das Fiasko beim Namen nennt, stehen für den deutschen Steuerzahler fast 100 Millliarden Euro auf dem Spiel.

Kommentare

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    • Erik von Forell sagt:

      Am Anfang schwindelte Schaeuble ueber einen Umschlag mit 100,000 Euro.
      Was fuer eine Leistung wenn er heute 100000000000 Euro versucht unter dem Tisch zu verstecken. Und der Bundestag stimmt zu und die SPD ist so gluecklich, dass sie nicht mehr als Opposition eingestuft wird. Da kann man doch ein paar Euro noch obendrauf legen. Schliesslich wird die Last ja auf 81 Mio Einwohner verteilt und die anderen Europaer und sogar der IWF helfen ja mit! Und am Ende sind die Banken gerettet und die Buerger leben auf Kredit.

    • Warum? sagt:

      Wieso braucht Griechenland einen Schuldenschnitt?
      Griechenland ist eines der reichsten Länder in der EU, sie könnten mit leichtigkeit ihre Schulden selbst bezahlen.
      Griechenland wird spätestens ab 2016 der größte Goldproduzent in Europa, des weiteren sitzen sie auf gigantischen Erdöl und Erdgasquellen. In 2012 haben die Vereinten Nationen in einem Bericht ausdrücklich darauf hingewiesen das Griechenland im Boden über unermessliche Reichtümer verfügt. Es gibt nachgewiesene Reaaourcen über 65 Millionen Unzen Silber und 8 Millionen Unzen Gold. Darüber hinaus haben die noch reiche Vorkommen an Nickel, Bauxid und Magnesium.
      Da muss man sich doch ernsthaft fragen wieso benötigt ein Land wie Griechenland einen Schuldenschnitt?

      • niekohle sagt:

        nene waru,

        gold, öl und gas gehört ja nicht griechenland. das land ist ja hoch in der kreide und mu diese rohstoffe alle billig an den imperator verkaufen. was meinen sie, warum man gr den hals langsam zuschnürt?

        eben, gr will immer noch zuviel geld haben für die vorräte.
        war doch schon so in iraq, afganistan, lybien, somalie. ist jetzt so in syrien, iran, pakistan und rusland steht auch schon auf der imperialen agenda.

        das gute daran ist, dass die geschichte lehrt, dass auch ein sehr großer imperator wie schingiskahn, napoleon oder hitler, in russland untergingen. warum sollte es dem bushman anders ergehen?

    • nikohle sagt:

      wieso?

      Schäuble sagt doch immer, das seien nur Bürgschaften!
      Kann man den hinterher wenigstens haftbar machen?

    • Lilly sagt:

      02.12.2012: Angela Merkel, frei nach Konrad Adenauer: was interessiert mich mein Geschwätz von gestern …

      “Bekommt Griechenland einen Teil seiner Schulden erlassen? Bundeskanzlerin Merkel hat jetzt eingeräumt, dass sie das für möglich hält. Allerdings nicht vor 2014″.

      “Bundeskanzlerin Angela Merkel hält einen Schuldenschnitt für Griechenland zu einem späteren Zeitpunkt für denkbar.”

      Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/griechenland/griechenland-merkel-schuldenschnitt-in-einigen-jahren-denkbar-11979411.html

    • Selbstdenker sagt:

      „In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, dann können Sie sich sicher sein, dass es auf diese Weise geplant war.“
      (Franklin D. Roosevelt, 32. Präsident der Vereinigten Staaten)

      http://www.propagandafront.de/1147500/finanzkernschmelze-eine-geplante-krise.html?utm_source=feedburner&utm_medium=email&utm_campaign=Feed%3A+Propagandafront+%28PROPAGANDAFRONT%29

    • Toni-Ketzer sagt:

      Sicherlich wird Griechenland geholfen. Und diese Hilfe besteht zu 100% aus Geld. Die Frage wessen Geld dürfte auch geklärt sein. Die Bürger werden in kleinen Schritten auf großes vorbereitet, “Salamitaktik”. Die Medien leiern bis es als unerträglich erklärt wird. Ein typischer Klassiker steht bereits im Raum, “Die Energiewende”.
      Ich möchte nicht wissen wie teuer der Strom in Deutschland noch wird. Geht es nach UNION und SPD, dann wird er aufgrund technischer Probleme sehr teuer.
      -
      Egal ob man es schreibt oder nicht, die allermeisten Mitbürger kapieren es sowieso nicht!
      Spricht man ein Zeitgenossen an, wechselt er demonstrativ das Thema: “Ich war vor sechs Wochen noch auf Mallorca……..!”

    • jay twelve sagt:

      Ich vermisse seit langem in dem Guinness Buch der Rekorde die Disziplin der “LUSTIGSTEN VOLKSVERRÄTER DER WELT”.

      Der Kanzler Adenauer bis Kohl waren grimmiger Gestalten, ab Schröder samt Merkel, Steinmeier, Steibrück und Co. kann man getrost den Antrag stellen, in das Guinness Buch der Rekorde mit eine neue Disziplin zu bereichern.

      Ich vertrete die Meinung, wir sollten in gar keinem Fall böse Gedanken entfalten.
      Vielmehr sollten wir uns mit der Gedanke anfreunden, einen öffentlichen Zoogarten zu entwerfen, in dem die Gebäuden der Öffentliche Schande 1:10 Maßstab errichtet werden.

      Unsere lustigste Volksverräter dürfen dort kostenfrei logieren, müssen aber mindestens 12 Stunden/Tag LACHEND ALS OB REGIEREN.

      Das ist auch jetzt der Fall, Echtzeit theatralisch, nur eben sündhaft teuer.

    • kienzler stefan sagt:

      Tolles Foto ! Die Lügerle von Koalition und Oposition, lachend, miteinander und nicht gegeneinander. So sieht Heute Politik aus ! Gemeinsame Sache machen beim Verarschen des Michels. Wundertütenland Deutschland !

      • Egon sagt:

        Opposition ??? Das ist keine.
        Hollywood Schauspieler sind im Film auch erbitterte Gegner, nach den Deharbeiten geht`s gemütlich zusammen gemeinsam in die Kneipe!!!