Wettbewerb: McKinsey rät Unternehmen zu Kriegs-Spielen

Um das Verhalten der Konkurrenten besser zu studieren und mögliche Schwächen neuer Produkte zu erkennen, seien McKinsey zufolge derartige Spiele ideal. Oft neigen Unternehmen zudem dazu, sich selbst zu unterschätzen, und auch dem könnte auf diese Weise Abhilfe geschaffen werden.

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„Sie haben alles richtig gemacht? Marktforschung betrieben, Prototypen erstellt und eine vielversprechende Idee entwickelt“, fragt das McKinsey in seiner vierteljährlichen Veröffentlichung. Wenn dennoch Ihr neues Produkt nicht am Markt eingeschlagen hat, dann könnten Kriegs-Spiele Ihnen weiterhelfen, rät McKinsey schließlich. „Durch die Simulation der Gedanken, Pläne und Handlungen von Konkurrenten im Kriegs-Spiel“ könnten die Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen verbessern, so die Unternehmensberater. Gleichzeitig schaffe dies ein „tieferes Verständnis“ davon, wie Unternehmen ihre Innovationen mit denen der Konkurrenz vergleichen können.

So könne auch herausgefunden werden, wie leicht es der Konkurrenz gemacht wird, mit Nachahmer-Produkten einzusteigen und beispielsweise durch große Rabatte den Konsumenten schneller an ihr eigenes Produkt zu binden. Diese Erkenntnis kann dazu genutzt werden, um zusätzliche Barrieren für andere Wettbewerber einzubauen. Neben der Ausblendung möglicher Konkurrenten würden Kriegs-Spiele McKinsey zufolge auch verdeutlichen, wo sich das Unternehmen bzw. das Entwicklerteam selbst überschätzt und zu blauäugig agiert. Deshalb sind „Kriegs-Spiele ein erprobtes tatsächlich strategisches Werkzeug, das bisher allerdings nur relativ wenige Unternehmen nutzen“, bedauert McKinsey abschließend.

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Kommentare

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    • Bern sagt:

      Mit den hier “Kriegsspiele” genannten strategischen Überlegungen eines Unternehmens ist die sogenannte “Spieltheorie” gemeint, ein streng logisch aufgebautes Verfahren innerhalb der Mathematik, ebenso wie z. B. die “Entscheidungstheorie” das “Risikomanagement” oder die “Graphentheorie”,
      alles mathematische Segmente um die mittel- und langfristige Planung der
      Unternehmensführung zu unterstützen.
      Nichts Neues also !

      Allerdings rekrutiert McKinsey seine Berater frisch von der Uni die, noch vollgefüllt mit theoretischem Wissen aber hohl und leer; wenn es um die Praxis geht, selbstverständlich gerne auf die gerade in allen Bereichen der BWL erlernte
      “Spieltheorie” zurückgreifen.

      Diese Spielart der mathematischen Entscheidungsfindung ist meiner Ansicht nach sehr
      effizient, wird aber nur von wenigen Entscheidern im Management beherrscht, da sie
      erst seit etwa 10 Jahren an den Uni’s gelehrt wird.

      Trotzdem, alles was McKinsey, Kienbaum, Roland Berger…. etc. anbieten ist mit ganz normalen, logischen Überlegungen in einem Unternehmen, ohne BWL – Studium und ohne Unternehmensberatung, höchstwahrscheinlich durch eigenes Personal weitaus billiger und besser zu erreichen, da das eigene Personal das Unternehmen und die Praxis kennt.

    • EuroTanic sagt:

      Wie wäre es, wenn man den Managern eine echte Waffe in die Hand drückt und in den Nahen Osten schickt, je eine Hälfte auf eine und andere Seite der Kampfparteien. Dann könnte die mal erleben wie ein richtiger Krieg aussieht und daraus was für’s Leben (oder Sterben) lernen. LOL

    • niekohle sagt:

      jaja, die Mc K´s, sind schon clevere Hunde, haben sich überall an die wichtigen Schaltstellen manövriert und jetzt verklickern sie ihren Kunden, dass sie Krieg spielen sollen. Die Hemmschwelle sinkt.

      Die Amis sind da klar im Vorteil. 330 Mio. EInwohner, 450 Mio. Waffen. Da können wir in Europa noch was lernen.