Für die Deutsche Bank kann Griechen-Haircut zum Millionen-Geschäft werden

Kleinvieh macht auch Mist: Für Beratungen und andere Dienstleistungen erhalten die Deutsche Bank und Morgan Stanley im Falle eines erfolgreichen Schuldenrückkaufs über elf Millionen Euro. Riskieren müssen sie dafür nichts.

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Wieder einmal profitieren die Finanzinstitute von den Rettungsprogrammen für Griechenland. Für den geplanten Schuldenrückkauf der griechischen Finanzagentur wurden ausgerechnet die Deutsche Bank und Morgan Stanley auserkoren, der Regierung beratend unter die Arme zu greifen. Wie die griechische Nachrichtenseiten news24.gr berichtet, gab der stellvertretende Finanzminister Christos Staikouras am Dienstag bekannt, dass beide Banken für ihre Hilfe bis zu 11,7 Millionen Euro erhalten werden – vorausgesetzt, der Schuldenrückauf erzielt sehr gute Ergebnisse zur Reduzierung der griechischen Schulden. Aber auch im Falle eines nicht gut verlaufenden Rückkaufs, und derzeit sprechen viele Dinge für diesen Ausgang (hier), werden die Deutsche Bank und Morgan Stanley mit insgesamt 700.000 Euro entlohnt.

Die beiden Finanzinstitute erstellen unter anderem die Einladungen zur Teilnahme der privaten Gläuiger, kommunizieren mit diesen, stellen Informationen zur Verfügung und entscheiden, welche Angebote für die griechische Finanzagentur optimal für den Rückkauf wären. Zudem achten sie auf die für den Rückkauf entscheidenen lokalen rechtlichen Beschränkungen und engagieren spezialisierte Unternehmen für die Sammlung und Analyse der eingehenden Angebote. Für die rechtliche Beratung wurde von der griechischen Regierung zudem die Anwaltskanzlei Cleary Gottlieb Steen Anwaltskanzlei & Hamilton hinzugezogen. Sie wird für ihre Dienstleistungen 700.000 Euro erhalten, so Christos Staikouras.

Es ist nicht das erste Mal, dass ausgerechnet Banken bei solch wichtigen Prozessen als Berater mit einbezogen werden. Auch der bisherige Rettungsschirm EFSF nutzt regelmäßig die Unterstützung von Banken – Finanzinstitute, die letztlich einen großen Teil zu den derzeitigen Problemen in der Eurozone, aber auch während der Finanzkrise 2008, beigetragen haben. Ganz zu schweigen davon, dass mittels Unterstützung der Bank Goldman Sachs Griechenland erst die Eingliederung in die Eurozone gelang (hier). Ein Umstand, der die aktuellen Schwierigkeiten des Landes wenn nicht ausgelöst, so doch zumindest beschleunigt hat – die Papiere über eine mögliche Involvierung des EZB-Chefs Draghi werden noch heute zurückgehalten – hier). In jedem Fall scheinen weder die griechische Regierung noch die EU-Partner des Landes die griechische Banken für diesen Schuldenrückkauf als geeignet anzusehen. Systemrelevante Banken, wie der Name schon sagt, sind dann doch wieder die bevorzugten Ansprechpartner.

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