Britische Aufseher: Banken sind zu wichtig, um kontrolliert zu werden

Im Zuge des Libor-Skandals sind etliche Großbanken ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten. Doch zu harte Strafen dürften den Banken nicht aufgebürdet werden, warnt ein britischer Bankenaufseher. Das würde die Banken unnötig destabilisieren.

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In den letzten Wochen gingen die amerikanischen und britischen Behörden im Zusammenhang mit dem Libor-Skandal hart gegen große Banken vor (mehr hier). Doch nun weist der britische Bankenaufseher Andrew Bailey auf mögliche Gefahren einer übertriebenen strafrechtlichen Verfolgung von Banken hin. Sie könne das Vertrauen in die Banken beschädigen. „Es würde die Banken sehr destabilisieren“, sagte er dem Telegraph. Die Banken seien zu wichtig, als dass man ihr Scheitern zulassen könne. Noch sehe er ja auch keine „größere Anklage“.

Vor einigen Tagen hatte HSBC sich mit einer US-Behörde auf Strafzahlungen in Höhe von 1,9 Milliarden Dollar geeinigt. Die Bank war beschuldigt worden, Geldwäsche im Zusammenhang mit Drogengeschäften begünstigt zu haben (mehr hier). Staatsanwalt Lanny Breuer erklärte die außergerichtliche Einigung mit HSBC mit Blick auf mögliche Folgen zu harter Strafen für Banken. „Heutzutage müssen wir feststellen, dass auch auf unschuldige Menschen sehr große Konsequenzen zukommen, wenn man eine Entscheidung trifft“, zitiert ihn der Telegraph.

Auch in Deutschland könnte die Abhängigkeit der Politik von den Banken die Deutschen Bank vor zu harten Strafen bewahren. Sie wurde vor einigen Tagen von einem massiven Polizeiaufgebot belästigt. Die Staatsanwaltschaft wirft auch ihr Geldwäsche vor (mehr hier).

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