Auto ist Luxus: Griechen entdecken die Eisenbahn

Hohe Steuern und Spritpreise führen dazu, dass immer mehr Griechen ihr Auto stehen lassen. Das marode staatliche Bahnunternehmen erfreut sich wachsender Passagierzahlen. Im kommenden Jahr soll es privatisiert werden.

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Das Schienennetz in dem Inselstaat Griechenland ist alles andere als gut ausgebaut. Manche Städte werden gar nicht erst angefahren. Trotzdem ist Bahnfahren eine billigere Alternative, als das Auto zu benutzen. Infolge der Sparmaßnahmen hat die Regierung die Spritpreise und die Abgaben für die Infrastruktur erhöht. Das erfreut die Betreiber der griechischen Bahngesellschaft (OSE).

Einem Bericht von Reuters zufolge wuchs der Schienenverkehr zwischen Athen und Thessaloniki dieses Jahr bereits um 33 Prozent. Das staatliche Unternehmen schrieb infolge des geänderten Nutzerverhaltens letzten Dezember erstmals wieder schwarze Zahlen. Nächstes Jahr steht eine Privatisierung bevor.

„Es gibt einfach kein Geld für Luxusartikel wie Autos, wenn man nicht absehen kann, ob man die Rente für den kommenden Monat bezahlen kann“, sagte eine ehemalige Angestellte in Athen. Die EU hat kürzlich weitere finanzielle Mittel an Griechenland freigegeben. Der Großteil des Geldes geht zur Rekapitalisierung an die griechischen Banken.

Das Geld der letzten Hilfstranche für Griechenland kommt jedoch nicht beim Volk an. Rund 24 Milliarden von den insgesamt 34,4 Milliarden Euro gehen an die Banken (mehr hier). Die Reformen und Steuererhöhungen der Regierung zeigen auch noch keine positiven Auswirkungen auf die Schuldentragfähigkeit Griechenlands.

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