Banken drosseln Kredite an Privatleute und Unternehmen

Trotz der gelockerten Geldpolitik der EZB drehen die europäischen Banken weiter den Kredithahn zu. Im November sanken die an Unternehmen vergebenen Kredite um 1,8 Prozent gegenüber dem Vormonat. Für Privatleute wird es noch schwerer, an Kredite zu kommen.

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Wie die Europäische Zentralbank am Donnerstag mitteilte, sind im November die Bankkredite an Unternehmen und Haushalte erneut zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sanken sie um 0,8 Prozent. Experten hatten mit einem Rückgang von 0,5 Prozent gerechnet. Gegenüber Oktober 2012 verringerten sich die ausgegebenen Kredite an Privathaushalte sogar um 3,1 Prozent und an Unternehmen um 1,8 Prozent. Dies schüre die Besorgnis, so Howard Archer von Global Insight zu Reuters, dass es für viele Firmen „wegen der von vielen Banken verschärften Kreditanforderungen schwieriger geworden ist überhaupt an Mittel zu kommen.“ Dies sei in jedem Fall „schon auch ein Handicap für bessere Wirtschaftsaussichten in der Währungsunion“.

Trotz des billigen Geldes der EZB, auf das Ende Dezember noch einmal zahlreiche Banken massiv zugegriffen haben (hier), sind die Kreditinstitute weiter vorsichtig. Die Abhängigkeit von der EZB ist noch immer groß und die strengeren Auflagen bewegen die Banken dazu, Geld eher zu horten, als es in den Interbankenmarkt oder an Unternehmen zu geben.

Angesichts der abflauenden Nachfrage und der sogar geringen Zahlungswilligkeit der Staaten gegenüber Unternehmen (hier) ist die Situation für europäische Unternehmen dementsprechend weiterhin sehr schwierig. Selbst die Industrie in Deutschland hat im Dezember ihre Produktion weiter zurückgefahren (mehr hier). Insofern ist die rückläufige Vergabe der Kredite einerseits auf die Zurückhaltung der Banken und die von ihrer Seite verschärften Anforderungen an Kreditnehmer zurückzuführen. Andererseits jedoch auch auf die Drosselung der Neuinvestitionen der europäischen Unternehmen selbst.

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