Folge der Krise: Spanier sparen bei den Lebensmitteln

Auch im Jahr 2012 sind in Spanien die Umsätze in der Lebensmittelindustrie weiter deutlich gesunken. Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage, steht den Bürgern weniger Geld zur Verfügung. Daher müssen Lebensmittel in geringeren Mengen kaufen oder auf billigere Produkte ausweichen.

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Die spanischen Haushalte sparen beim Einkaufen von Lebensmitteln, berichtet El Pais. Familien weichen nicht nur von Olivenöl auf billigere Öle zum Kochen aus, sondern sie kürzen auch insgesamt bei der Menge an Öl. Und auf einige Waren verzichten sie sogar ganz, etwa auf Wein. Zahlen des Ministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt zeigten, dass die Ausgaben für Lebensmittel in den vergangenen Monaten deutlich gefallen sind. Allein im Oktober fielen die Verkäufe von Olivenöl um 15,7 Prozent und von Wein um 9,4 Prozent.

„Das Durchschnittseinkommen fiel [2012], vor allem nach dem Sommer, als die Daten zur wirtschaftlichen Lage sich verschlechterten und nachdem die Erhöhung der Mehrwertsteuer im September einsetzte“, erklärt Javier Vello von Pricewaterhouse Coopers (PwC). Spanien hat die höchste Arbeitslosenquote in Europa. Auch das von der EU-Kommission ermittelte Verbrauchervertrauen verharrt auf niedrigem Niveau.

Dass die Spanier beim Einkaufen sparen, hat Auswirkungen auf die ganze Lebensmittelbranche. Bereits 2011 waren hier die Umsätze um 1,3 Prozent gefallen. Und für das Jahr 2012 erwartet Horacio González, Chef des Verbandes der Lebensmittelindustrie, einen ähnlich hohen Rückgang. „Die Unternehmen sind sich einig darüber, dass der Sommer gut war, doch haben sie zum Jahresende einen Rückgang verzeichnet“, sagte González.

Doch Javier Vello von PwC sieht auch einen anderen Aspekt: „Man muss bedenken, dass Spanien eines der Länder ist, wo eine Menge Lebensmittel weggeworfen werden, und die wirtschaftlichen Probleme ändern dies“. Doch die Probleme im Land werden sich 2013 noch deutlich verschärfen. Die Arbeitslosigkeit wird noch einmal drastisch steigen, so eine Studie von Ernst & Young (mehr hier). Und außerdem droht Spanien ein Staatsbankrott, falls das Land dieses Jahr nicht genügend Abnehmer für Staatsanleihen in Höhe von 200 Milliarden Euro findet (mehr hier).

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