95 Prozent der Spanier sagen: Wir haben Vertrauen in die Politik verloren

Die Spanier haben für ihre Politiker nur noch Verachtung übrig: Sie decken korrupte Organisationen und haben ihre Moral verkauft. Das ist kein guter Befund für die Demokratie.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Die spanischen Politiker verlieren mehr und mehr das Vertrauen der Bevölkerung. 63 Prozent haben das Gefühl, dass die politische Korruption in ihrem Land zugenommen hat. Das zeigt die aktuelle Metroscopia-Umfrage im Auftrag der spanischen Zeitung El Pais. Demnach gehen 95 Prozent der Befragten sogar davon aus, dass die politischen Parteien in ihrem Land Korruption unter ihren Mitgliedern vertuschen, statt diese aus der Partei zu werfen. Aber auch die Justiz selbst halten viele Spanier (92%) für ineffizient bei der Bekämpfung der Korruption.

Der Unmut in der spanischen Bevölkerung wurde zuletzt durch den Korruptionsfall um die katalanische Partei Unió Democràtica de Catalunya (UDC), Koalitionspartner  der Convergencia i Unió (CiU) von Artur Mas, angeheizt. Dieser wurde vorgeworfen, sich illegal an EU-Geldern bereichert zu haben. Erst 16 Jahre, so El Pais, nach den Ereignissen kam es nun im Januar zu einer Entscheidung. Es gab ein Abkommen zwischen dem Richter und der Staatsanwaltschaft, demzufolge die UDC-Partei nun 388.483 Euro zurückzahlen soll, die vier Beschuldigten kommen im Gegenzug auf Bewährung frei. Im Jahr 2000 gab UDC-Chef Chef Josep Antoni Duran Lleida  an, alle politischen Ämter niederzulegen, sollten sich die Vorwürfe bestätigen – zurückgetreten ist er nun aber nicht.

Die zunehmende Politikverdrossenheit äußert sich auch in anderen Meinungsumfragen, die ergaben, dass die Wahlbeteiligung derzeit bei lediglich 60 bis 62 Prozent liegen würde, wenn heute eine Wahl abgehalten würde. Das sind zehn bis zwölf Prozentpunkte weniger als bei der Wahl 2011.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht vom System und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick