Berlusconi: EZB-Draghi soll italienischer Staatschef werden

Er selbst habe Mario Draghi bereits als Nachfolger Giorgio Napolitanos vorgeschlagen. Derzeit stehe aber noch der Sieg über Mario Monti bei den Parlamentswahlen an. Premier Monti wird selbst als neuer Staatschef gehandelt, das will Berlusconi verhindern.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Aktuell
Gauweiler: Bundesbank muss Klarheit über Goldbestände schaffen

Silvio Berlusconi gibt vor, EZB-Chef Mario Draghi mit offenen Armen an der Spitze Italiens als neuer Staatspräsident willkommen heißen zu wollen (Foto: EU-Kommission).

Silvio Berlusconi gibt vor, EZB-Chef Mario Draghi mit offenen Armen an der Spitze Italiens als neuer Staatspräsident willkommen heißen zu wollen (Foto: EU-Kommission).

Silvio Berlusconi, der frühere italienische Premier, hat EZB-Präsident Mario Draghi als neuen Staatspräsidenten vorgeschlagen. Er solle Giorgio Napolitano ablösen, dessen Amtszeit im Mai ausläuft. „Ich würde für Draghi als Präsidenten stimmen“, sagte er am Dienstag im italienischen Fernsehen.

Für Mario Monti hingegen hatte Berlusconi kein gutes Wort übrig. Monti ist sein Nachfolger als Premier und Gegner bei der Parlamentswahl am 24. und 25. Februar. „Monti ist eine Prothese der Linken“, sagte Berlusconi in Anspielung auf eine mögliche Koalition zwischen Montis Wahlbündnis mit der linksgerichteten Demokratischen Partei (PD) von Pier Luigi Bersani. Er stehe unter Schock, weil er bei den Wahlumfragen so schlecht abschneide, urteilte Berlusconi (mehr zu den Umfragen hier).

Mario Monti wurde schon vor seiner Bekanntgabe, an den Parlamentswahlen teilzunehmen, für das Amt des neuen Staatschefs vorgeschlagen. Mit Draghi an der italienischen Spitze könnte Berlusconi Monti auch hier einen Strich durch die Rechnung machen

Berlusconi gab seiner Hoffnung Ausdruck, „im ganzen Land zu gewinnen“. Eine Verurteilung wegen sexueller Kontakte mit einer Minderjährigen und wegen Amtsmissbrauchs, befürchte er nicht. Die Wähler würden ihn nur noch mehr unterstützen, denn die Mailänder Richter seien als voreingenommen bekannt. Er forderte sogar eine Haftstrafe für eine gegen ihn tätige Staatsanwältin. „Sie hat öffentliche Gelder für einen vollkommen unbegründeten Vorwurf genutzt“, argumentierte Berlusconi.

Weitere Themen
Island: Nach Sanierung kein Interesse mehr an EU-Beitritt
Deutsche zahlen Rekord-Steuern, Schäuble macht neue Schulden
Wegen Krise: Air Berlin verschärft Sparprogramm und streicht 900 Arbeitsplätze

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung! Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***