Schweizer Banken fürchten Isolierung in Europa

Ohne einen besseren Zugang zu den internationalen Finanzmärkten, insbesondere den der EU, droht die Schweiz als Finanzstandort an Bedeutung zu verlieren. Der Präsident der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers, Nicolas Pictet, warnt vor Geschäftsverlagerungen ins Ausland.

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Die Schweiz solle dafür sorgen, dass mit der EU ein verbesserter Zugang zum europäischen Finanzmarkt verhandelt wird, wenn es nach dem Präsident der Vereinigung Schweizerischer Privatbankiers geht. Nicolas Pictet befürchtet nämlich, dass ansonsten immer mehr Finanzmanager ihre Geschäfte ins Ausland verlagern könnten, heißt es einem Bericht von Bloomberg zufolge.

Nicolas Pictet will die EU-Direktiven für die Privatbanken aufweichen. (Foto: Screenshot)

Nicolas Pictet will die EU-Direktiven für die Privatbanken aufweichen. (Foto: Screenshot)

„Es ist dringend erforderlich, dass sich die Schweiz darauf konzentriert, ihrer Finanzindustrie den externen Marktzugang zu garantieren“, sagte Pictet am Donnerstag zu Journalisten in Bern. Ansonsten würde das Schweizer „Finanzzentrum kontinuierlich kleiner“.

Die Schweizer Regierung verhandele derzeit lieber in Sachen Steuer- und Finanzpolitik, so Pictet. Nicht nur der Zugang zum europäischen Markt bereitet dem Banker sorgen. Auch der Zugang ausländischer Investoren zum Wirtschaftsraum der EU sei zu sehr verregelt: Die EU-Vorschriften zum Schutz der heimischen Anleger hätten „noble“ Ziele, allerdings stellten sie hohe Barrieren für Firmen aus dem Ausland dar, so Pictet.

Die Zahlen sprechen für den Bankier: Die Schweizer Privatbanken hätten innerhalb der letzten drei Jahre 234 Jobs in der Schweiz geschaffen, das entspräche einer Steigerung von fünf Prozent. Dem gegenüber stünden 444 neue Jobs im europäischen und außereuropäischen Ausland, was einer Steigerung von 22 Prozent entspräche. Die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz wurde vernachlässigt. Grenzübergreifendes Vermögensmanagement mache 50 Prozent des Wertzuwachses aus, den der Schweizer Bankensektor generiere.

Die Schweiz will dieses Jahr einen neuen Gesetzesentwurf vorlegen, in dem die EU-Direktiven zum Schutz der Anleger umgesetzt werden (Financial Services Act, FSA). Dies betrifft die Bereiche der Bankdienstleistungen, der Versicherungsdienstleistungen und der Finanzberatung. Ähnliche Finanzprodukte von unterschiedlichen Anbietern dürfen beispielsweise keine unterschiedlichen Anforderungen an die Anleger stellen. Der Einfluss der Finanzwelt könnte durch dieses Gesetz  eingeschränkt werden.

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