Währungskrieg: Nun will auch London mehr Geld drucken

Die Bank of England ist mit vom Spiel, wenn es um die Abwertung der eigenen Währung geht. Sie begründet die geplanten geldpolitischen Maßnahmen damit, die britische Wirtschaft unterstützen zu wollen. Sie geht zudem davon aus, dass die anderen großen Zentralbanken der Welt dasselbe tun werden.

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Ian McCafferty, Stratege bei der Britischen Zentralbank Bank of England (BoE), signalisierte seine Bereitschaft zum ausgeweiteten Gelddrucken. „Wir müssen bei der Geldpolitik weitere unorthodoxe Mittel ins Auge fassen, falls diese notwendig werden“, zitiert ihn Bloomberg. Wenn sich die wirtschaftliche Lage nicht verbessere, müsse man die Probleme mit „gezielten geldpolitischen Maßnahmen“ angehen, so McCafferty.

Im vierten Quartal ging das britische BIP um 0,3 Prozent zurück. Zudem fielen im Dezember die Verkaufszahlen im Einzelhandel unerwartet stark. Es gibt daher Forderungen, das britische Pfund abzuwerten, um die Exporte billiger zu machen. Diese Argumentation hat sich auch die Schweizer Nationalbank zu eigen gemacht, die in den letzten Jahren Franken gedruckt hat wie verrückt (mehr hier). Doch McCafferty hielt dagegen: „Mein Eindruck ist, dass die schlechten Exportdaten genauso viel mit einer schwachen Nachfrage in unseren Hauptabsatzmärkten zu tun haben.“

Eine Abschwächung des britischen Pfunds gegenüber anderen Währungen „könne zum Eigentor werden“, da andere dann dasselbe machen würden, argumentierte McCafferty. Daher halte er Wechselkurs-Politik für ein „Nullsummenspiel“. Sein Ziel ist offenbar, dass die großen Zentralbanken ihre Währungen gemeinsam und in gleichem Maße abwerten sollten.

Die Verlierer in diesem Währungskrieg sind dann die Bürger, die in den beteiligten Staaten das abgewertete Geld verwenden müssen. Gerade hat sogar das deutsche Wirtschaftsministerium die unkonventionelle Geldpolitik der EZB erstmals mit deutlichen Worten kritisiert, die zu einer starken Entwertung des Euro führen könne (mehr hier). Luxemburg Regierungschef Jean Claude Juncker hingegen hält den Euro für „gefährlich stark“ (mehr hier).

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