USA: Fed stottert als Dukaten-Esel

Die US-amerikanische Zentralbank riskiert, mit den Anleihen, die sie zurzeit kauft, in naher Zukunft Verluste zu machen. Das könnte dazu führen, dass die Schatzkammer der USA für mehrere Jahre nicht mit Geld versorgt werden kann.

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Im Moment macht die Fed noch einen hohen Gewinn. Sollten die Zinsen jedoch wie zuletzt wieder steigen (hier), droht der amerikanischen Zentralbank ein Verlustgeschäft durch den Verkauf von Anleihen. Sollte die Geldschwemme (mehr hier) in den USA irgendwann mal beendet werden, dann werden die Zinsen für neues Geld steigen, um die Kreditvergabe zu drosseln und die Inflation zu begrenzen.

Die Bilanz der Fed gerät ins Wanken. Nach Rekordeinnahmen drohen nun herbe Verluste. (Grafik: WSJ)

Die Bilanz der Fed gerät ins Wanken. Nach Rekordeinnahmen drohen nun herbe Verluste. (Grafik: WSJ)

Wenn die Fed zu diesem Zeitpunkt Wertpapiere verkaufen will, droht ihr ein Verlustgeschäft: hohe Zinsen sind gleichbedeutend mit einer geringeren Nachfrage. Das wird die Preise in den Keller treiben. Zusätzlich muss die Fed höhere Ausgaben in Kauf nehmen für die Zinsen, die sie Banken zahlen muss, die noch Rücklagen bei ihr gebildet haben, berichtet das WSJ und beruft sich auf eine Studie von fünf Wirtschaftsspezialisten in Diensten der Zentralbank.

In den folgenden Jahren könnte das zu herben Verlusten führen. Das hat zur Folge, dass die US-Schatzkammer für eine unabsehbare Zeit kein Geld mehr von der Fed erhält. Der Chef der Fed Ben Bernanke muss heute darüber entscheiden, ob er die Geldpolitik in dem gleichen Ausmaß fortsetzen will. Bernanke solle „Missverständnissen vorbeugen“ und klar zu diesem Sachverhalt Stellung beziehen, ansonsten drohe den USA ein Rückschlag, der die Unabhängigkeit der Fed gefährde, sagte der ehemalige Vize-Chef Donald Kohn.

Experten gehen davon aus, dass die Fed selbst bei hohen Verlusten handlungsfähig bleibt. Sie druckt einfach noch mehr Geld und zahlt damit ihre Schulden ab. Die Verluste würden lediglich auf die lange Bank geschoben. Das bedeutet aber auch, dass die Fed erst wieder Geld zur US-Schatzkammer schicken kann, wenn sie wieder Gewinne einfährt.

Nach den Berechnungen der Analytiker würden diese Verluste bei einer Anhebung des Zinsniveaus auf 4,8 Prozent etwa 125 Milliarden Dollar betragen. Das entspräche etwa einem Zeitraum von sechs Jahren, in dem die Schatzkammer auf Einnahmen verzichten müsste, beginnend ab 2016. Je höher die Verluste, desto gravierender die Folgen für den US-Staatshaushalt.

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