84 Prozent der Deutschen haben Vertrauen in Parteien-System verloren

Die deutsche Parteien-Demokratie steht auf töneren Füßen. Nur 16 Prozent vertrauen Schwarz-Rot-Gelb-Grün. Hohes Ansehen genießen dagegen das Handwerk und und die Unterhaltungs-Elektronik.

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Den größten Zuwachs an Vertrauen erreichte tatsächlich die Regierung. Die Banken verloren deutlich an Zustimmung (Grafik: gfk-Verein).

Den größten Zuwachs an Vertrauen erreichte tatsächlich die Regierung. Die Banken verloren deutlich an Zustimmung (Grafik: gfk-Verein).

In einer Studie der Gesellschaft für Konsum-, Markt- und Absatzforschung (GFK) wurden die Deutschen über ihr Vertrauen in die nationalen Institutionen befragt. Die Deutschen vertrauen am meisten der Unterhaltungselektronik (78%) und dem Handwerk (87%). Große Unternehmen erhalten nur 26 Prozent Zustimmung.

Besonders schlecht ist der Wert, den das klassische Parteien-System verbuchenkann. Nur noch 16 Prozent der Bundesbürger gaben an, dass sie den traditionellen Parteien zutrauen, dass Land zu führen. Anarchisten sind die Deutschen indessen nicht: Die Bundesregierung konnte an Vertrauen hinzugewinnen (34%). Das heißt, die Deutschen wollen geführt werden, aber nicht von den Parteien – außer, diese stellen die Regierung. Für eine Parteien-Demokratie ist das ein sehr paradoxes Ergebnis, bei dem man sich fragen kann: Vielleicht wäre die Zustimmung zu Regierung noch höher, wenn sie nicht von den Parteien gestellt würde?

Gegen die schlechten Werte der Parteien nehmen sich die Zahlen für die Banken ja fast sensationell aus: Immerhin noch 29 Prozent der Bundesbürger trauen den Kreditinstituten über den Weg. Im Jahr zuvor hatten die Banken noch von 36 Prozent der Deutschen den Rückhalt. Der Banken- und Versicherungssektor nimmt damit allerdings den letzten Platz von allen abgefragten Branchen ein. In anderen Ländern vertrauen bis zu 80 Prozent der Bevölkerung den nationalen Banken.


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