Crash-Gefahr: US-Investoren wollen Bond-Abverkauf starten

Spekulanten haben hohe Renditen mit Staatsanleihen aus den Krisenländern gemacht. Nun bereiten sie sich darauf vor, ihr Geld wieder aus den Krisenländern abzuziehen. Wegen des starken Euro droht ein Abverkauf im Bond Markt für Südeuropa.

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Amerikanische Anleger werden nervös. Die hohen Erträge, die sich noch bis zum Ende des vergangenen Jahres haben einfahren lassen, scheinen nun nicht mehr erreichbar. Das Geschäft mit den Schulden der europäischen Peripherie-Länder lohnt sich nicht mehr. Das Risiko für einen Ausverkauf am Bond-Markt steigt.

Viele Investmentbanken machen sich daher bereit, ihr Geld wieder aus den schuldengeplagten Euro-Ländern abzuziehen. Die Fondsgesellschaft Standish Asset Management aus Boston hat ihre Anteile in der Region bereits reduziert, so Reuters. Die Investmentbank Oppenheimer Funds ist mit knapp 13 Milliarden Euro in Südeuropa im Geschäft. Sie hält ihre Wertpapiere in der Region zwar momentan noch, ist aber bereit, im Notfall schnell zu reagieren und die Risikopapiere aus Spanien und Portugal abzustoßen.

Es sei immer schwieriger geworden, Anlagemöglichkeiten mit einer hohen Rendite in Südeuropa zu finden, sagte Raman Srivastava, Investmentbanker bei Standish. „Es wird kein zweites Portugal mehr geben, bei dem die Renditen im vergangenen Jahr bis auf 60 Prozent kletterten“ (hier). Diese Zeiten seien vorbei.

US Investoren kauften im vergangenen Jahr im großen Stil die Schulden der Euro-Länder, vor allem in Spanien und Portugal, indem sie sich auf die Ankündigungen Mario Draghis verließen, im Notfall zu intervenieren und die ein- und dreijährigen Staatsanleihen zurückzukaufen. In Italien (6%), Spanien (3%) und Irland (9%) ist der Anteil der US-Banken noch relativ gering, in Portugal halten die US-Investoren allerdings 33 Prozent der ausgegebenen Staatsanleihen.

Ein lokaler oder globaler Rückschlag könnte daher für die US-Banken herbe Verluste bedeuten. Unsicherheitsfaktoren sind vor allem die Parlamentswahlen in Italien sowie der Korruptions-Skandal der spanischen Regierung um Premier Mariano Rajoy (hier). Beide Ereignisse werden als Ursache dafür betrachtet, dass die Preise für Staatsanleihen wieder gestiegen sind.

Hohe Preise bedeuten größere Hürden für neue Investoren. Gleichzeitig sind hohe Preise für die verunsicherten Halter von Staatsanleihen ein guter Zeitpunkt, ihre Wertpapiere mit der größtmöglichen Rendite wieder zu verkaufen. Auch angesichts des starken Euro, der im letzten halben Jahr seinen Wert um sechs Prozent gesteigert hat, ist ein Verkauf eine interessante Option (mehr hier). Ein Massen-Abverkauf der Staatsanleihen würde wiederum das Risiko eines Staatsbankrotts der Krisenländer erhöhen und die EZB auf den Plan rufen, die mit Stützungskäufen einsteigen müsste.

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