Keine Bankkredite: Unternehmen beschaffen sich Geld am Anleihenmarkt

Die Unternehmen der Eurozone nehmen immer weniger Kredite bei den Banken auf. Stattdessen geben sie deutlich mehr Anleihen aus. Ende 2012 lag die Höhe der ausstehenden Unternehmens-Anleihen um 14 Prozent höher als noch ein Jahr zuvor.

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Die Unternehmen in der Eurozone nehmen weniger Kredite bei den angeschlagenen Banken auf. Die Banken bunkern ihre Finanzmittel und haben ihre Kreditanforderungen in den vergangenen Monaten massiv verschärft. Aus diesem Grund setzen die europäischen Unternehmen nun vermehrt auf die Emission eigener Anleihen. Die Höhe der ausstehenden Schuldpapiere lag im Dezember mit 990 Milliarden Euro um 14 Prozent höher als im Vorjahresmonat, so die EZB. Das ist der höchste Anstieg seit Mai 2010.

Die Schnelligkeit, mit der die Unternehmen der Eurozone Anleihen ausgeben, steht im Gegensatz zu dem Einbruch der Kredite, die Banken an die europäische Unternehmen verliehen haben. Ende 2012 standen Unternehmen bei den Banken mit 4,5 Billionen Euro in der Kreide. Dies ist ein Rückgang um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, so die EZB. Die Politik des EZB-Chefs Draghis, mittels Geldschwemme die Banken zur Kreditvergabe zu bewegen, ist fehlgeschlagen (mehr hier).

Es gibt eine große Nachfrage nach Unternehmensanleihen von Seiten der Investoren, wodurch die von den Unternehmen zu zahlenden Zinsen so tief sind wie nie zuvor. Trotzdem erzielen die Investoren mit den Unternehmensanleihen derzeit deutlich höhere Renditen als mit dem Kauf von Staatsanleihen – was wiederum die Attraktivität der Unternehmensanleihen steigert. Für die größte Unternehmensanleihe im Dezember war Telecom Italia verantwortlich. Das Unternehmen gab eine Anleihe in Höhe von einer Milliarde Euro zu einem Zinssatz von nur 4 Prozent aus – der niedrigste Zins, den das Unternehmen je auf dem Anleihenmarkt zahlen musste, berichtet die FT.

 

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