EU verlangt Renten-Kürzung in Frankreich, Hollande fürchtet Volksaufstand

Die EU-Kommission droht Frankreich mit Strafen, weil das Land zu hohe Defizite macht. Präsident Hollande plant daher eine Reform des Rentensystems. Dies ist ein gefährlicher Schritt. Schon mehrere französische Regierungen haben sich an den Rentnern des Landes die Zähne ausgebissen.

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Frankreich wird im Jahr 2013 sein Defizitziel von 3 Prozent verfehlen, denn die wirtschaftliche Lage im Land ist einfach zu schlecht. Dem Land drohen daher EU-Strafen, auch wenn Währungskommissar Olli Rehn bereits ein Entgegenkommen angedeutet hat (mehr hier).

Doch auch wenn Frankreich das Defizitziel verpasst: Hollande muss Brüssel davon zu überzeugen, dass sein Land Fortschritte macht. Daher fasst der französische Präsident Francois nun einen sehr gefährlichen Schritt ins Auge. Er will den Franzosen die Renten kürzen.

Im Wahlkampf hatte Hollande die Rente mit 60 versprochen und dann auch tatsächlich umgesetzt. Doch schon 2011 hatte das französische Rentensystem ein Defizit von 14 Milliarden Euro, berichtet Bloomberg. Durch die Absenkung des Eintrittsalters 2012 werden die Defizite nun jedes Jahr noch größer.

Hollandes will nun die Rentenentwicklung von der (offiziellen) Inflation entkoppeln, berichtet Bloomberg. Das würde bedeuten, dass die Rentner real weniger Geld erhalten. Dadurch würde das Rentensystem sofort erheblich sparen. Die Senkung des Eintrittsalters durch Hollande hingegen erhöht die Kosten vor allem mittel- bis langfristig.

Dieser Plan des Präsidenten könnte Millionen Franzosen auf die Straßen bringen. Im Jahr 1995 kam es in Frankreich zu Massenprotesten gegen den Versuch des damaligen Premiers Alain Juppé, das Renten- und Sozialversicherungs-System zu reformieren. Das Land stand einen Monat lang still, bis Juppé aufgab.

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