Geisterschiff: Herrenloses russisches Kreuzfahrtschiff treibt nach Europa

Ein russisches Kreuzfahrtschiff, das zur Verschrottung in die Dominikanische Republik geschleppt werden sollte, treibt seit einiger Zeit herrenlos im Nordatlantik. Niemand beansprucht, Eigentümer des Schiffs zu sein. Ratten sind die einzigen Passagiere.

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Die Lyubov Orlova wurde 1976 gebaut, doch sie fährt immer noch – sogar ganz ohne Mannschaft. (Foto: Wikipedia)

Die Lyubov Orlova wurde 1976 gebaut, doch sie fährt immer noch – sogar ganz ohne Mannschaft. (Foto: Wikipedia)

Die Lyubov Orlova treibt seit einem Monat ohne Mannschaft im Nordatlantik. Die genaue Position des verlassenen russischen Kreuzfahrtschiffs war lange nicht bekannt, berichtet die Huffington Post. Am Freitag wurde es 2.400 Kilometer westlich von Irland gesichtet, zitiert die Nachrichtenagentur AFP einen US-Geheimdienst. Allem Anschein nach bewegt sich das Geisterschiff langsam auf die irische Küste zu.

Die Lyubov Orlova wurde 1976 gebaut. Sie diente in den eisigen Gewässern der Antarktis als Kreuzfahrtschiff, bis sie 2010 in Neufundland konfisziert wurde. Denn die russischen Besitzer schuldeten 250.000 Dollar Gebühren. Bis 2012 lag das Schiff fest, dann wurde es für 275.000 Dollar an einen Schrotthändler verkauft, berichtet die kanadische National Post. Es sollte nun zur Verschrottung in die Dominikanische Republik geschleppt werden.

Am 23. Januar verließ die Lyubov Orlova den Hafen. Doch nur einen Tag nach Abfahrt riss das Abschlepp-Kabel. Daraufhin wurde das Schiff von einem Versorgungsschiff eingefangen, das die Lyubov Orlova weg von einer Ölplattform und in internationale Gewässer schleppte, wo es das Geisterschiff wieder frei ließ. Seitdem sind das Schiff und die an Bord lebenden Ratten allein unterwegs.

Die kanadischen Behörden hatten eingeräumt, die Position des Schiffes nicht zu kennen, da das Ortungssystem der Lyubov Orlova nicht mehr funktioniert. Nun weisen sie jede Verantwortung für das Schiff zurück, da es sich nicht mehr in kanadischen Gewässern befindet. Der Eigentümer sei verantwortlich. Die Behörden in Irland verfolgen nun genau die Satellitenbilder. Denn wegen der vielen Ratten an Bord könnte es gefährlich werden, wenn das Geisterschiff die Küste des Landes trifft.

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