Computer-Crash: Millionen Briten kommen nicht mehr ans Bargeld

Eine Computerpanne hat am Mittwoch Abend dazu geführt, dass Millionen Kunden der staatlichen britischen Royal Bank of Scotland keine Überweisungen tätigen und kein Bargeld abheben konnten. Niemand weiß, was hinter dem Crash steckt.

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Schon vor einigen Monaten (hier bei DMN) waren bei der Royal Bank of Scotland die Lichter ausgegangen. Und auch am Mittwoch traf es wieder 17,5 Millionen Kunden, die plötzlich nicht mehr in der Lage waren, Bargeld zu erhalten oder eine Überweisung zu tätigen. Weder bei der RBS noch bei NatWest konnten die Kunden an den Bankomaten Geld abheben. Die RBS ist nach der Finanzkrise zu 80 Prozent im Staatsbesitz.

Grund sei eine Computerpanne gewesen, die Bank bedauerte über Twitter die Unannehmlichkeiten für die Kunden. Keine der beiden Banken war in der Lage, den Grund für die Ausfälle zu erklären.

Einer der Kunden schrieb zornig auf Twitter, dass er wegen der Probleme kein Abendessen habe kaufen können und im Regen nach Hause laufen musste – und daher von der Bank Schadenersatz verlange.

Zahlreiche Kunden kündigten an, dass sie die Banken wechseln werden.

Tatsächlich zeigt der Vorfall, wohin die bargeldlose Gesellschaft führt – diese wird von der EU ja seit neuestem als Grundrecht eingestuft (mehr dazu – hier). Faktisch sind die Bürger über die elektronischen Zahlungsmittel komplett der Willkür der Finanzwirtschaft ausgeliefert. Im Falle der RBS kommt hinzu, dass es sich um eine Staatsbank handelt.

Die Behörden können also im Krisenfall einen Bank-Run faktisch per Maus-Click verhindern: Wenn die Systeme – bedauerlicherweise! – ausfallen, dann ist das Ersparte weg, ohne dass sich die geprellten Bürger um die Reste vor der Bank prügeln müssen wie beim Crash in den den 1920er Jahren.

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