Spaniens Banken kaufen mit EZB-Geld Staatsanleihen

Die Rendite für langfristige, spanische Staatsanleihen ist auf ihren tiefsten Wert seit zwei Jahren gesunken. Dank der Geldschwemme der EZB verfügen die spanischen Banken noch immer über ausreichend Mittel, um die Staatsfinanzierung niedrig zu halten.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Die wirtschaftlichen Daten, das angeschlagene Bankensystem und die politische Unsicherheit in Spanien sind alles andere als vertrauensfördern für die Investoren. Und dennoch konnte Spaniens Regierung am Donnerstag eine sehr erfolgreiche Emission von langfristigen Staatsanleihen verbuchen. Sowohl bei den Anleihen mit einer Laufzeit von fünf Jahren als auch bei den zehnjährigen sanken die Zinssätze auf ihren tiefsten Wert seit fast zwei Jahren.

Die Rendite für fünfjährige Bonds sank auf 3,572 Prozent, die für zweijährige von 2,713 auf 2,632 Prozent. Ein ähnlich gutes Bild bot sich bei den Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren. Hier sanken die Zinssätze von 5,2 Prozent bei der letzten Auktion dieser Art im Februar auf 4,917 Prozent – ein Wert, der zuletzt im November 2010 erreicht wurde.

Ähnlich wie in Italien, wo die Banken bei der letzten Emission von italienischen Anleihen sehr stark beteiligt waren (hier), stützten auch am Donnerstag die nationalen Banken in Spanien wieder das eigene Land, in dem sie durch ihre Beteiligung die Refinanzierungskosten für Spanien niedrig hielten. Das Interesse ausländischer Banken dürfte zwar nicht komplett nachgelassen haben – immerhin erzielen sie mit spanischen anleihen deutlich höhere Erträge als mit deutschen – aber das Risiko, dem Spanien ausgesetzt ist, ist nicht gering.

Wie die italienischen Banken profitieren auch die spanischen Banken noch immer von der massiven Geldschwemme der EZB, die mit ihren 3-Jahres-Tendern mehr als eine Billion Euro in den Markt gepumpt hatte. Bereits bei den begonnenen Rückzahlungen dieser Tender zeigte sich bereits, dass vor allem die Banken aus der Peripherie sich noch zurückhalten (mehr hier). Ohne ihr Engagement mit dem Geld der EZB würden die Zinskosten für ihre Länder massiv in die Höhe schießen.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick