Nikosia will Griechen-Hilfsgelder nach Zypern umleiten

Die Banken Zyperns sind aufgrund ihrer Geschäfte in Griechenland schwer angeschlagen. Nun fordert Zyperns Präsident Anastasiades, dass 2 Milliarden Euro aus dem Rettungspaket für Griechenland den Banken seines Landes zugutekommen.

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Nicos Anastasiades, der Präsident Zyperns, hat eine ungewöhnliche Bitte an Griechenland. Das Nachbarland soll die Rettung der in Griechenland operierenden zypriotischen Banken finanziell unterstützen. Konkret will Anastasiades, dass 2 Milliarden Euro aus dem Rettungspaket zur Rekapitalisierung der griechischen Banken stattdessen zur Rettung der zypriotischen Banken verwendet werden.

EU und IWF wollen Zypern einen Haircut verpassen. Doch dem will Präsident Anastasiades „niemals“ zustimmen. (Foto: Consilium)

EU und IWF wollen Zypern einen Haircut verpassen. Doch dem will Präsident Anastasiades „niemals“ zustimmen. (Foto: Consilium)

So will Präsident Anastasiades Schuldenschnitt für zypriotische Bankguthaben verhindern, der Teil des mit der EU und dem IWF verhandelten Rettungsprogramms in Höhe von 17 Milliarden Euro ist. „Wir tun alles Menschenmögliche, um Zypern so schnell wie möglich aus der Krise zu führen“, zitiert ihn die FT. Die großen Banken Zyperns sind angeschlagen sowohl durch Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen als auch durch faule Kredite in Griechenland.

Anastasiades sagte, seine Regierung werde einem Abschlag auf zypriotische Bankguthaben „niemals“ zustimmen. Der politisch einflussreiche zypriotische Erzbischof Chrysostomos, drängte die Regierung, der EU und dem IWF keine Zugeständnisse zu machen. „Wenn sie uns zerstören wollen, dann sagen wir dem Euro ‚Auf Wiedersehen‘ … Wir können mit dem Zypern-Pfund überleben“, zitiert ihn die FT.

Ein griechischer Banker sagte zur Anfrage des zypriotischen Präsidenten: „Dieser Transfer wäre schwer zu rechtfertigen, da es kaum genügende Mittel für die griechischen Banken gibt.“ Zugleich verschlechtere sich die Wirtschaft und es gebe „mehr faule Kredite im System als von ungünstigen Szenarien vorhergesagt“, zitiert ihn die FT.

Die strukturellen Probleme Griechenlands sind nicht gelöst. CSU-Wahlkämpfer Alexander Dobrindt forderte kürzlich den Austritt des Landes aus der Eurozone (mehr hier). Dass die Banken Europas noch immer instabil sind, zeigt sich auch im gegenseitigen Misstrauen der Banken (mehr hier).

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