Zu viele Junge ohne Job: Spanien pumpt Milliarden in den Arbeitsmarkt

Spanien will gegen die Jugendarbeitslosigkeit vorgehen und steckt 3,5 Milliarden Euro in Hilfsmaßnahmen. Das Geld dafür kommt aus dem Europäischen Sozialfonds: Ausgerechnet jenem Topf, von dem die EU neulich sagte, sie könne nicht kontrollieren, was mit diesen Geldern geschieht.

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In den nächsten vier Jahren will die spanische Regierung 3,5 Milliarden Euro aufbringen, um die flächendeckende Jugendarbeitslosigkeit in dem Land zu bekämpfen. Ein Drittel des Betrages soll dem Europäischen Sozialfonds (ESF) entnommen werden, den Rest über nimmt der spanische Steuerzahler. Dies ist bemerkenswert, weil der ESF als das „schwarze Loch“ der EU gilt: Die Kommission hatte erst neulich eingeräumt, über keinerlei Möglichkeit zu verfügen, die Ausgaben zu kontrollieren. Es gäbe teilweise abenteuerliche Missbräuche der Gelder aus dem ESF (mehr hier).

In Spanien ist mehr als die Hälfte aller Jugendlichen von 18 bis 26 Jahren ohne Arbeit. In der gesamten arbeitsfähigen Bevölkerung beträgt die Arbeitslosigkeit 26 Prozent.

Premierminister Mariano Rajoy hat angekündigt, mehr als hundert arbeitsmarktpolitische Maßnahmen einführen zu wollen. Dazu sollen auch Steuerkürzungen für Selbständige und für Unternehmen zählen, die Jugendliche unter 30 Jahren einstellen.

Rajoy folgt damit dem Beispiel des farnzösischen Präsidenten Francois Hollande, der am Dienstag angekündigt hatte, mehr fürs Wachstum und weniger gegens Defizit tun zu wollen (hier). Rajoy: „Die Krise zwingt viele Jugendliche dazu, Spanien zu verlassen“, sagte der Regierungschef einem Bericht von Euronews zufolge. „Wir können nicht genug tun, um unsere begabten Jugendlichen zurückzugewinnen.“

Zuletzt protestierten Zehntausende auf den Straßen Spaniens gegen den harten Sparkurs der Troika (mehr hier). Auch nach der Wahl in Italien steht die Fortsetzung der Sparpolitik auf der Kippe (hier).

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