Sechs Milliarden Risiko: Zypern-Rettung soll deutsche Banken retten

Wenn sich die EU, Zypern und Russland nicht auf eine Lösung einigen können, droht den deutschen Banken ein ganz realer Verlust in Milliardenhöhe. Vor allem die zypriotischen Unternehmen sind massiv bei den deutschen Geldhäusern verschuldet.

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Die Idee der EU, mit dem kleinen Zypern erstmals ein wirkliches Exempel zu statuieren, könnte für die deutschen Banken teuer werden. Es wäre nach dem Schuldenschnitt in Griechenland das erste Mal, dass die deutschen Geldinstitute reale, große Verluste hinnehmen müssten. Wie die aktuellen Daten der Deutschen Bundesbank, die den Deutschen Wirtschafts Nachrichten vorliegen, zeigen, sind die deutschen Banken in Zypern mit 5,925 Milliarden Euro engagiert.

So schulden beispielsweise die öffentlichen Haushalte den Banken aus Deutschland 149 Millionen Euro und die zypriotischen Banken 71 Millionen Euro. Den Löwenanteil an Verbindlichkeiten gegenüber deutschen Banken haben jedoch die zypriotischen Unternehmen. Hier droht den Finanzinstituten im Falle einer völligen Zahlungsunfähigkeit Zyperns ein Verlust von 5,705 Milliarden Euro. Verluste, die die deutschen Banken tatsächlich in ihren Bilanzen abschreiben müssten.

Am Beispiel des Engagements der deutschen Finanzinstitute zeigt sich jedoch auch, dass Brüssel sehr wohl wusste, warum jeder Bankkunde mit Einlagen auf Banken in Zypern eine Zwangsabgabe leisten sollte. Immerhin sind Unternehmen gezwungen, Geschäftskonten zu eröffnen und müssten aus diesem Grund auch einen Abschlag auf ihre Einlagen zahlen.

Darüber hinaus stellt sich angesichts des Engagements der deutschen Banken in Zypern auch die Frage, welche Verluste andere europäische Banken im Falle eines Euroaustritts oder einer Pleite des Landes hinnehmen müssten.

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