Verdacht der Vorteilsnahme: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Sarkozy

In der Bettencourt-Affäre hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen den Frankreichs ehemaligen Präsidenten eröffnet. Unter anderem besteht der Verdacht, Sarkozy hätte seinen Wahlkampf 2007 mit illegalen Spenden der Bettencourt-Familie finanziert.

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Der ehemalige, französische Präsident Sarkozy soll bis zu 4 Millionen Euro von Bettencourt für seinen Wahlkampf erhalten haben (Foto: EU Commission).

Der ehemalige, französische Präsident Sarkozy soll bis zu 4 Millionen Euro von Bettencourt für seinen Wahlkampf erhalten haben (Foto: EU Commission).

In der Spenden- und Korruptionsaffäre um die L’Oréal-Milliardärin Lilian Bettencourt wurde nun ein Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen, französischen Präsidenten Sarkozy eröffnet. Ihm wird zur Last gelegt, die Schwäche der Milliardärin ausgenutzt zu haben, so Sarkozys Anwalt, Thierry Herzog, zur AFP. Herzog kündigte aber auch an, Einspruch gegen das Ermittlungsverfahren einzulegen.

Sarkozy steht unter dem Verdacht, seinen Wahlkampf im Jahr 2007 mit illegalen Bargeld-Spenden der Bettencourt-Familie finanziert zu haben. Die 90-jährige Bettencourt ist die reichste Frau Frankreichs. Erst nach dem Ende seiner Präsidentschaft konnte Sarkozy tatsächlich zu den Vorwürfen befragt werden, da er als Präsident Immunität genoss. Im Sommer vergangenen Jahres wurden bereits Wohn- und Büroräume des ehemaligen Präsidenten durchsucht. Sarkozy selbst wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Der Anfangsverdacht gegen Sarkozy kam vor drei Jahren auf, als eine Frau, die als Buchhalterin der geistig gebrechlichen Bettencourt-Milliardärin gearbeitet hat, behauptete, dass eine große Menge Bargeld für Sarkozys Wahlkampf 2007 abgehoben wurde. Bei Bettencourt selbst wurde 2006 Demenz diagnostiziert, 2011 wurde sie unter Vormundschaft ihrer Familie gestellt.

Die Ermittler schätzen, dass bis zu vier Millionen Euro von Bettencourt ihren Weg in die Partei-Taschen Sarkozys fanden, berichtet France24. Sollte Sarkozy für schuldig befunden werden, drohen ihm drei Jahre Gefängnis, eine Strafe von 375.000 Euro und eine fünfjährige Sperre von jeglicher politischer Aktivität.

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