Eiskalt abserviert: Wie Moskau den Finanzminister von Zypern demütigte

Die Reise des zypriotischen Finanzministers Michael Sarris nach Moskau war offenbar ein Horror-Trip. Die Russen ließen den Bittsteller eiskalt auflaufen. Zu dem Zeitpunkt muss schon klar gewesen sein, dass Zypern für die russischen Oligarchen kein systemisches Risiko mehr darstellt.

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In Moskau sind nicht nur Winter bitterkalt. Der zypriotische Finanzminister Michael Sarris musste bei seinem Bittgang am Wochenende zur Kenntnis nehmen, dass niemand Erbarmen kennt, wenn es ums Geld geht, vor allem nicht bei höheren Beträgen.

Sarris war am Dienstagabend nach Moskau gereist, um bei den Russen einen Gegen-Bailout zur EU zu verhandeln.

Am Mittwoch präsentierte er, schlecht vorberietet und offenkudnig ohne klare Vorgaben aus Nikosia, seinen Wunsch: Er wollte einen neuen Kredit über fünf Milliarden Euro sowie eine Verlängerung der Laufzeit einer bestehenden Kreditlinie über 2,5 Milliarden Euro.

Zunächst gaben ihm die Russen gar keine Antwort auf das Anliegen, welches er vortragen hatte. Wie Reuters rekonstruiert hat, hörten die russischen Vertreter Sarris zu – und ließen ihn dann den Rest des Tages in seiner Suite im Lotte Plaza am Moskauer Gartenring schmoren.

Den ganzen Donnerstag hörte er nichts von den Russen. Erst um 21 Uhr abends wurden die Gespräche fortgesetzt. Von den Russen kam nichts.

Um Mitternacht wusste Sarris, dass seine Mission kläglich gescheitert ist. Am Freitagmorgen verließ Sarris Moskau – obwohl er sein Hotelzimmer bis Montag gebucht hatte.

Was Sarris nicht wusste: Die EU hatte Moskau informiert, dass ein neuer Kredit von Russland einfach als neue Schulden Zyperns gewertet werde.

Im Hintergrund hatten die russischen Oligarchen bereits damit begonnen, ihre Konten zu leeren. Offenkundig hatten auch sei einen Wink aus Brüssel bekommen, vermutlich über Moskau.

So blieb Sarris nichts als die bittere Erkenntnis: Haifische treten gerne im Rudel auf. Aber nur mit ihresgleichen.

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