Harvard-Ökonom Feldstein warnt vor Börsen-Crash

Obama-Berater Martin Feldstein warnt vor einem Börsen-Crash. Möglicherweise will der bekannte Insider den Märkten ein Signal geben, dass die Fed ihre Zins-Politik demnächst ändern könnte.

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Durch die exzessive Geldpolitik der amerikanischen Zentralbank werden die Zinsen für langfristige Staatsanleihen auf einem unnatürlich niedrigen Niveau gehalten . Die Finanzmarktakteure stürzen sich auf die günstige Geldanlage und treiben durch die Nachfrage die Preise in die Höhe.

Ein Platzen der Preisblase wird die Weltwirtschaft in eine noch tiefiere Krise stürzen. (Grafik: Thomson Reuters, CS Research)

Ein Platzen der Preisblase wird die Weltwirtschaft in eine noch tiefiere Krise stürzen. (Grafik: Thomson Reuters, CS Research)

Harvard-Ökonom Martin Feldstein sieht in dieser Entwicklung eine akute Gefahr für Anleger auf der ganzen Welt, sobald die Zinsen wieder steigen. Die künstlich hohen Preise würden dann nämlich rasant fallen und für alle Banken und anderen Finanzinstitute, die diese Staatsanleihen halten, enorme Verluste bedeuten (mehr hier). Eine neue Welle von „Bankinsolvenzen und ein Zusammenbruch des Finanzmarktes“ könnten die Folge sein, schreibt Feldstein in einem Beitrag für das Project Syndicate.

Nicht nur in den USA sind die Zinsen für Staatsanleihen auf einem historisch niedrigen Stand. Auch in Europa (hier) und Japan (hier) ist das so. Aufgrund der rasant steigenden Staatsverschuldung und der Ankündigung der Fed, in absehbarer Zeit kein Geld mehr drucken zu wollen, werden die Zinsen für Staatsanleihen wieder ansteigen. Bis 2019 könnten sie auf fünf Prozent steigen. Die Verluste eines dadurch ausgelösten Preissturzes würden die Zinserträge der Anleger  um ein Vielfaches übersteigen, so Feldstein.

Nicht nur das: Auch auf anderen Märkten entwickeln sich parallel Preisblasen. Auf dem Aktienmarkt, beim Farmland, auf dem Goldmarkt und nicht zuletzt auf dem Immobilienmarkt (mehr hier). Auch diesen Preisen droht der Absturz.

Feldstein gehört zu jenen Harvard-Professoren, die stets an allen Seiten des Tisches anzutreffen sind. Als Berater von Barack Obama gestaltet er die Regeln, als Mitglied bei großen Banken und Versicherungen kassiert er hohe Berater-Honorare für denselben Rat.

Im Grund sind seine Ausführungen Binsenweisheiten für Börsen-Anfänger. Relevant sind sie jedoch, weil Feldstein eine Botschaft aussenden möchte. Möglicherweise steht die Fed doch vor einer Wende in der Zinspolitik. Die erhofften Wachstums-Impulse hat das hemmungslose Gelddrucken jedenfalls nicht gebracht.

Möglicherweise will Feldstein die Anleger auf diese Fährte locken. Er wird jedenfalls seine Wetten schon laufen haben.

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