Zyperns Finanzminister Sarris tritt zurück

Nach den letzten Verhandlungen mit der Troika hat der zypriotische Finanzminister Sarris beim Präsidenten seinen Rücktritt eingereicht. Der harte Bailout-Deal, aber auch eine mögliche Verstrickungen in die Affäre um die Warnung von Insidern vor der drohenden Zwangsabgabe stehen als Grund für den Rücktritt im Raum.

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Der zypriotische Finanzminister Sarris hatte in den vergangene zwei Wochen harte Verhandlungen zu führen. Doch am Ende konnte er den Präsidenten wohl doch nicht zufrieden stellen (Foto: Consilium).

Der zypriotische Finanzminister Sarris hatte in den vergangene zwei Wochen harte Verhandlungen zu führen. Doch am Ende konnte er den Präsidenten wohl doch nicht zufrieden stellen (Foto: Consilium).

Kurz nachdem vermeldet wurde, dasss die zypriotische Regierung die Verhandlungen mit der Troika über das Bailout-Programm für das Land beendet hat, hat der zypriotische Finanzminister Sarris seinen Rücktritt erklärt, wie Bloomberg und nationale Medien berichten. Präsident Anastasiades soll Sarris Wunsch akzeptiert haben. Der Arbeitsminister Haris Georgiades wird Zyperns neuer Finanzminister werden. Eine komplette Kabinettsumbildung in den kommenden Stunden ist wahrscheinlich, so Kathimerini. Einige Medien vermuten als Grund für den Rücktritt Sarris eine mögliche Verwicklung des Finanzministers in die aktuellen Vorwürfe, die Regierung solle schon vor dem öffentlichen Beschluss der Zwangsabgabe Insider gewarnt haben (hier).

Zudem soll es zwischen dem Finanzminister und dem Präsident in den vergangenen Tagen zu etlichen Schwierigkeiten gekommen sein, da Anastasiades nicht mit der Arbeit des nun zurückgetretenen Finanzministers zufrieden war. Vor allem bei den Verhandlungen mit Russland konnte Sarris eigentlich keine Erfolge erzielen. Vielmehr wurde er regelrecht abserviert, statt auch nur ein wenig Entgegenkommen zu ernten (mehr hier). Und auch die Eurogruppe machte es ihm nicht einfach (hier).

Die abschließenden Verhandlungen mit der Troika haben ergeben, dass Zypern die internationalen Kredite zu einem Zinssatz von 2,5 Prozent erhalten werde. Die Rückzahlung für diese soll in zehn Jahren beginnen. Der aktuelle Entwurf des Bailout-Programms sieht neben Steuererhöhungen und Ausgabenkürzung beispielsweise auch vor, dass Zypern einen konkreten Plan für die Förderung des Offshore-Erdgases erarbeitet, um sich so selbst sanieren zu können (hier).

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