Bankenkrise: Portugal braucht weitere Milliarden

Die portugiesischen Banken haben eine Finanzlücke von acht Milliarden Euro, so die Ratingagentur Moody’s. Das sind zwei Milliarden Euro mehr, als Portugal über das vereinbarte Bailout für die Banken des Landes zusteht.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Gerade hat sich die Troika in einer Empfehlung bei der Eurogruppe dafür ausgesprochen, Portugal bei der Rückzahlung seiner Hilfskredite eine Verlängerung von sieben Jahren zu gewähren.  Doch die Dauer der Rückzahlung ist nicht das einzige Problem, das der portugiesische Premier Coelho derzeit hat. Portugals Banken weisen eine Finanzlücke von mindestens acht Milliarden Euro aus, wie ein Stresstest der Ratingagentur Moody’s zeigt. Und dies seien nur die Zahlen eines relativ konservativen Szenarios, zitiert die britische Reuters Moody’s. Legt man negativere Entwicklungen zugrunde, könnten die Lücken noch größer sein.

Bailout reicht nicht

Bleibt es bei den optimistischen Berechnungen von acht Milliarden, sind das zwei Milliarden Euro mehr, als in dem Bailout des Landes für die Banken vorgesehen ist. Das immerhin einen Umfang von 78 Milliarden Euro hat. 12 Milliarden davon waren für die Rekapitalisierung der Banken vorgesehen. Sechs Milliarden sind bereits ausgegeben worden, aber eben nur sechs Milliarden sind noch übrig.

Theoretisch müssten also neue Gelder akquiriert werden. Die Frage ist nur, wie? Der Zugang zu den Finanzmärkten ist noch nicht wieder komplett hergestellt. Und die Entscheidung des portugiesischen Verfassungsgerichts, einige geforderte Sparmaßnahmen als verfassungswidrig abzulehnen, hat den Premier bereits bei der Troika unter Druck gesetzt (hier).

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick