EU-Kommission: Krise in Frankreich gefährdet Eurozone

Rezession und hohe Staatsverschuldung sind der EU zufolge ein immenses Problem – sowohl für Frankreich als auch für den Euro. Das Land sei anfällig für Turbulenzen auf dem Finanzmarkt und das Bankensystem wankt.

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Kommissions-Präsident Barroso setzt Hollande unter Druck: Die Entwicklung in Frankreich hat starke Auswirkungen auf die gesamte Währungsunion (Foto: Consilium).

Kommissions-Präsident Barroso setzt Hollande unter Druck: Die Entwicklung in Frankreich hat starke Auswirkungen auf die gesamte Währungsunion (Foto: Consilium).

Frankreich zählt sich immer gern zu den Südeuropäern. Mit Blick auf die Verschuldung und die Rezession im Land ist das durchaus berechtigt. Im aktuellen Bericht der EU-Kommission wird deutlich, wie anfällig das Land für eine Verschärfung der Krise ist. Die schlechte Handelsbilanz, die sinkende Wettbewerbsfähigkeit und die hohe Staatsverschuldung sind der EU zufolge eine Gefahr für das Land. Viele französische Unternehmen seien verschuldet und leiden unter dem rückläufigen Export.

Die geplante Mega-Steuer für den Mittelstand zur Sanierung des Haushalts wird die französischen Unternehmen noch mehr unter Druck setzen. Das wiederum führt mittelfristig zu sinkenden Steuereinnahmen. Darüber hinaus behindern aber auch die „Verkrustung im französischen Arbeitsmarkt“ und die hohen Lohnkosten die Produktivität der Wirtschaft, so die Kommission. Der französische Finanzminister sprach am Wochenende nur mehr von einem Wachstum von 0,1 Prozent in diesem Jahr. Die französische Regierung war bislang von 0,8 Prozent ausgegangen.

Doch die Rezession und die hohe Verschuldung sind nicht nur ein Problem für Frankreich selbst, warnt die EU-Kommission. Es sei sehr wichtig, dass die französische Regierung endlich handelt. Dies sei nicht nur mit Blick auf die französische Wirtschaft notwendig, sondern auch für die Eurozone, heißt es in dem Bericht. Immerhin ist Frankreich die zweitgrößte Volkswirtschaft in der EU.

Die „steigende Staatsverschuldung macht Frankreich für mögliche Turbulenzen an den Finanzmärkten anfällig“, so die EU-Kommission. Private Investitionen könnten verloren gehen. Die Zentralbank des Landes rechnet damit, dass die französische Regierung bis 2014 noch weitere 40 Milliarden Euro sparen muss, um das Defizit zu erreichen. Zudem sind bereits etliche französische Geldhäuser aufgrund ihres großen Engagements in Griechenland und Zypern angeschlagen (hier).

Frankreich leidet derzeit jedoch auch unter einer eingeschränkt handlungsfähigen Regierung. Die Zustimmung der französischen Bevölkerung für Hollande ist auf einem Tiefpunkt. Die Skandale um Korruption in der Führungsetage Frankreichs beschäftigen die Franzosen. Auf der einen Seite müssen sie die Sparmaßnahmen auf ihren Schultern austragen, während sich auf der anderen Seite Politiker bereichert haben (hier).

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